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Kassen: Schnelle Facharzttermine für akute Fälle

17.06.2026
um 12:58 Uhr

KREMMEN (dpa-AFX) - Patientinnen und Patienten mit dringenden Anliegen sollen nach Vorstellung der gesetzlichen Krankenkassen durch stärkere Steuerung schneller an Facharzttermine kommen - mit elektronischen Überweisungen und einer "Terminbörse" mit einheitlichen Standards. Dort müsse es ein Kontingent zeitnaher Termine für Fälle geben, bei denen ein Hausarzt die Dringlichkeit festgestellt hat, sagte die stellvertretende Vorstandschefin des Kassen-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis, im brandenburgischen Kremmen.

In die E-Terminbörse sollten Praxen einen Teil ihrer freien Terminkapazitäten einstellen müssen, erläuterte Stoff-Ahnis. Zum Einstieg in die Versorgung solle es eine Ersteinschätzung des Bedarfs geben - über ein digitales Tool, das etwa über Kassen-Apps laufe, oder in einer Hausarztpraxis. Weiterbehandlungen bei Fachärzten sollen dann nur noch mit Überweisung zu bekommen sein, mit Ausnahme unter anderem für Termine bei Augenärzten oder Gynäkologen.

Unkoordiniertes Nebeneinander von Ärzten

Das bisherige System zeige relevante Schwächen, sagte Stoff-Ahnis. In Deutschland gingen Versicherte im internationalen Vergleich sehr häufg in Sprechstunden. Die Kontaktzahlen müssten herunter - nicht, um Geld zu sparen, sondern um Ärzten mehr Zeit zu geben und auch dringende Fälle früher behandeln zu können. Zudem gebe es oft ein unkoordiniertes Nebeneinander von Haus- und Fachärzten mit Doppeluntersuchungen und Verzögerungen.

Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für einen zentralen digitalen Weg zu Behandlungen und Terminen in den Praxen. Laufen soll das über die Apps der elektronischen Patientenakten (ePA), wie ein Gesetzentwurf vorsieht. Dort sollen Kassen spätestens ab Februar 2028 Funktionen für einen "digitalen Versorgungseinstieg" einrichten - etwa zum Buchen von Terminen und mit einem Zugang zu einer standardisierten ersten Einschätzung von Beschwerden, nach der man weiter gelotst werden kann.

Koalition plant neues System mit mehr Steuerung

Vorbereitet werden soll mit diesem Digitalgesetz auch die von der Koalition vorgesehene Einführung eines Systems, bei dem Patienten in der Regel primär, also zuerst, in eine Hausarztpraxis gehen sollen. Diese soll sie dann bei Bedarf - mit Termin in einem bestimmten Zeitraum - an Fachärzte überweisen./sam/DP/jha