APA ots news: OeNB-Tagung: Kocher betont Stärken der gemeinsamen Geldpolitik
OeNB und SUERF eröffnen Volkswirtschaftliche Tagung in Wien
zum Thema "Monetary policy trade-offs in a heterogeneous
currency area"
Wien (APA-ots) - Unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen innerhalb
des
Euroraums stellen die Geldpolitik vor Herausforderungen. Diese
Heterogenität sei jedoch kein Ausnahmefall, sondern die Realität
jeder Währungsunion, betonte Martin Kocher, Gouverneur der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), bei der Eröffnung der
Volkswirtschaftlichen Tagung der OeNB in Kooperation mit SUERF - The
European Money and Finance Forum - am Donnerstag in Wien. Im Zuge
seiner Rede ging Kocher näher auf die Herausforderungen ein und
erklärte, dass die Geldpolitik im Euroraum die richtigen Instrumente
habe, um auch unter unterschiedlichen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen Preisstabilität zu gewährleisten.
Strukturelle Unterschiede können ein Grund sein, warum
Beschlüsse, die darauf abzielen, ein Inflationsziel für einen
Währungsraum insgesamt zu erreichen, sich vorübergehend für einzelne
Mitgliedsländer oder Sektoren nicht immer als optimal erweisen, so
Kocher. Doch die politischen Entscheidungsträger:innen seien gut
dafür gerüstet, solche Zielkonflikte sorgfältig abzuwiegen. Kocher
plädierte dafür, den Euroraum nicht an einer vollkommen einheitlichen
Währungsunion zu messen. Tatsächlich wäre ein Vergleich mit der
Alternative angebrachter: einem Europa mit weiterhin vielen
unterschiedlichen Währungen und einer entsprechend uneinheitlichen
Geldpolitik.
Ein wichtiger Aspekt sei hingegen die unterschiedliche
Übertragung der Geldpolitik in einzelnen Euro-Ländern, fuhr Kocher
fort. Verschiedene Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen können dazu
führen, dass die Effekte der gemeinsamen Geldpolitik in einzelnen
Ländern oder Wirtschaftsbereichen unterschiedlich wahrgenommen
werden. Das stelle auch besondere Anforderungen an die Kommunikation
geldpolitischer Entscheidungen. Im Euroraum sei man aber gut
vorbereitet, um in solchen Situationen zu reagieren: Zum einen habe
man spezielle Kriseninstrumente, die bei Bedarf jederzeit eingesetzt
werden können. Zum anderen sorgen neue Forschungsergebnisse und immer
bessere Daten dafür, dass die Gründe für die unterschiedlichen
Auswirkungen der Geldpolitik über Länder oder Sektoren hinweg klarer
werden. Dies helfe den Entscheidungsträger:innen, die Ursachen und
Folgen einer uneinheitlichen geldpolitischen Transmission besser zu
erklären, was wiederum zu einem besseren Verständnis und einer
höheren Wirksamkeit der Geldpolitik beitrage, sagte der OeNB-
Gouverneur.
Kamingespräch mit IWF-Chefin Kristalina Georgieva als ein
Konferenz-Highlight und hochrangig besetzte Expert:innen-Sessions
Im Anschluss an die Eröffnungsrede stand ein Kamingespräch mit
der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina
Georgieva, auf dem Programm. Die IWF-Chefin ist nur eine von
zahlreichen hochrangigen Expert:innen aus Praxis und Forschung bei
der Konferenz. Thematisch steht die Tagung ganz im Zeichen der
Herausforderungen, mit denen sich Entscheidungsträger:innen in
heterogenen Währungsräumen konfrontiert sehen. Neben der Erörterung
aktueller Forschungsergebnisse wird etwa diskutiert, wie Wirtschafts-
, Finanz- und Geldpolitik in heterogenen Währungsräumen gemeinsam
besser ihre Ziele erreichen können.
Die 53. Volkswirtschaftliche Tagung findet am 18. und 19. Juni
2026 als Hybrid-Veranstaltung im OeNB-Hauptgebäude am Otto-Wagner-
Platz 3 in Wien statt.
Die Volkswirtschaftliche Tagung der Oesterreichischen
Nationalbank (OeNB) vernetzt seit vielen Jahrzehnten führende
Persönlichkeiten im Bereich Wirtschaftsforschung und
Zentralbankwesen. Seit einigen Jahren erfolgt die Organisation
gemeinsam mit dem Kooperationspartner SUERF.
SUERF (The European Money and Finance Forum) ist ein unabhängiges
Non-Profit-Netzwerk, das Zentralbanken, Aufsichtsbehörden,
Finanzinstitute, wissenschaftliche Institutionen und Finanzakteure
miteinander verbindet. Weitere Informationen unter: www.suerf.org .
Inhaltliche Fragen zur Konferenz
María T. Valderrama
Leiterin Monetary Policy
Telefon: +43 1 676 5014749
maria.valderrama@oenb.at
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Marlies Schroeder, MiM
Telefon: +43-1-404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at
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