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OTS: Bundesverband der Systemgastronomie e. V. / BdS-Mitgliederversammlung ...

29.06.2026
um 08:15 Uhr

BdS-Mitgliederversammlung 2026: SystemGastroConnect bringt Politik,
Wirtschaft und Praxis zusammen (FOTO)
München (ots) - Branche der Chancen fordert konsequenten Bürokratieabbau und
verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum

Die Mitgliederversammlung 2026 des Bundesverbands der Systemgastronomie e. V.
(BdS) stand ganz im Zeichen des Dialogs zwischen Politik und Praxis. Unter dem
Motto " SystemGastroConnect " kamen am 25. Juni in der STATION Berlin rund 200
Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zum wichtigsten
Branchentreffen des Jahres zusammen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über die
Zukunft der Systemgastronomie sowie die politischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für Wachstum, Investitionen und Beschäftigung. Durch das
Programm führte Dr. Helene Bubrowski, Chefredakteurin von Table.Media.

Dabei machte die Systemgastronomie deutlich, dass sie bereit ist, Verantwortung
zu übernehmen: Die Mitgliedsunternehmen des BdS planen in den kommenden Jahren
Investitionen von rund drei Milliarden Euro, bis zu 600 neue Standorte und rund
30.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden
kann, braucht die Branche verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger
Bürokratie und mehr Vertrauen in unternehmerisches Handeln.

Die Branche ist bereit - jetzt ist die Politik gefordert

BdS-Präsident Matthias Kutzer bekräftigte in seiner Eröffnungsrede, dass die
Systemgastronomie ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands
leisten will. Voraussetzung dafür seien jedoch wettbewerbsfähige
Rahmenbedingungen und ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden. "Wer möchte,
dass Deutschland wirtschaftlich wieder stärker wächst, der muss auch denjenigen
vertrauen, die unternehmerische Verantwortung übernehmen", so der BdS-Präsident.
Die Branche brauche Verlässlichkeit, Freiräume und Strukturreformen. "Wenn
Politik, Wirtschaft und Sozialpartner gemeinsam pragmatische Lösungen schaffen,
wenn Unternehmertum wieder stärker ermöglicht statt erschwert wird, und wenn
Leistung wieder mehr Vertrauen und Anerkennung erfährt, dann wird die
Systemgastronomie auch in Zukunft eine echte Erfolgsgeschichte für unser Land
bleiben."

BdS baut politische Präsenz weiter aus

BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert zog eine positive Bilanz der
Verbandsarbeit. Der BdS habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als
starke politische Stimme der Systemgastronomie etabliert und wichtige Erfolge
für die Branche erreicht. Dazu zählen unter anderem die dauerhafte Senkung der
Mehrwertsteuer auf Speisen, die Bewahrung der Unabhängigkeit der
Mindestlohnkommission, weitere steuerliche Entlastungen sowie eine deutlich
gestiegene politische Wahrnehmung der Branche.

Zugleich machte Suchert deutlich, dass der Einsatz für bessere wirtschaftliche
Rahmenbedingungen konsequent fortgesetzt werde. Die Systemgastronomie sei weit
mehr als die Summe ihrer Restaurants und Marken - sie sei Ausbildungsbetrieb,
Integrationsmotor, Innovationstreiberin und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

"Die Systemgastronomie wird auch künftig ihren Beitrag zu mehr Wachstum, mehr
Beschäftigung und mehr wirtschaftlicher Dynamik in unserem Land leisten. Denn
wir sind nicht Teil des Problems. Wir sind Teil der Lösung."

Politik im Dialog mit der Branche

Die politische Bedeutung der SystemGastroConnect spiegelte sich im hochkarätig
besetzten Bühnenprogramm wider. Mit Lilian Tschan (SPD), Staatssekretärin im
Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie den Bundestagsabgeordneten Sepp
Müller (CDU), stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und
Dr. Christoph Ploß (CDU), Koordinator der Bundesregierung für maritime
Wirtschaft und Tourismus diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus
Bundesregierung und Bundestag mit der Branche über die Herausforderungen der
kommenden Jahre.

Lilian Tschan würdigte in ihrer Rede die 100-prozentige Tarifbindung der
BdS-Mitglieder als starkes Signal für faire Arbeitsbedingungen, verlässliche
Beschäftigungsverhältnisse und eine gelebte Sozialpartnerschaft. Mit Blick auf
den Mindestlohn hob sie die Bedeutung der Tarifpartnerschaft und der
Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission hervor. Auch bei der Reform des
Arbeitszeitgesetzes gelte es, Lösungen zu finden, die sowohl den Interessen der
Beschäftigten als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht würden.

Sepp Müller warb für einen wirtschaftspolitischen Neustart und sprach sich für
einen konsequenten Bürokratieabbau aus. Kommunale Verpackungssteuern bewertete
er kritisch, da sie aus seiner Sicht keine Lenkungswirkung entfalteten und
Unternehmen zusätzlich belasteten. Zugleich hob er die Bedeutung der
Systemgastronomie als wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens hervor
- insbesondere im ländlichen Raum. Eine starke Wirtschaft sei Voraussetzung für
einen leistungsfähigen Sozialstaat. Darüber hinaus befürwortete Müller die
geplante Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes hin zu einer wöchentlichen
Höchstarbeitszeit.

Dr. Christoph Ploß unterstrich die Bedeutung der Systemgastronomie für den
Tourismusstandort Deutschland und verwies auf die Nationale Tourismusstrategie
sowie die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen als wichtige
Entlastung für die Branche. Zugleich sprach er sich für größtmögliche
Flexibilität im Arbeitszeitgesetz und einen konsequenten Bürokratieabbau aus.
Als Beispiel nannte er die geplante Reform des
Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, die für die Gastronomie bürokratiearm und
praxistauglich ausgestaltet werden müsse.

In den an die Impulse der politischen Ehrengäste anschließenden Dialogen mit
BdS-Vertretern standen die drängenden Herausforderungen der Branche im
Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die Fach- und
Arbeitskräftesicherung, die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes sowie der
Abbau unnötiger Bürokratie und Dokumentationspflichten. Deutlich wurde, dass
wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen entscheidend sind, um Investitionen zu
ermöglichen, Arbeitsplätze zu sichern und den Wirtschaftsstandort Deutschland
nachhaltig zu stärken.

BdS-Politiktalk: Die Branche der Chancen zwischen Regulierung und Realität

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der BdS-Politiktalk "Pizza, Burger, Politik
- Die Branche der Chancen zwischen Regulierung und Realität" . Unter der
Moderation von Dr. Helene Bubrowski diskutierten Marc Biadacz, Arbeitsmarkt- und
Sozialpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Lisa Paus vom BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie
Bundesministerin a.D., Carina Knie-Nürnberg, Vorsitzende der Geschäftsführung
der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Roland
Wolf, Geschäftsführer und Abteilungsleiter Arbeitsrecht und Tarifpolitik der
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sowie Olga Vos,
McDonald's-Franchisenehmerin.

Im Mittelpunkt standen die Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften, die
Erwerbsmigration, die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, der
Bürokratieabbau sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts
Deutschland. Die Diskussion machte deutlich, dass großer Reformbedarf
hinsichtlich schnellerer Verfahren, weniger Bürokratie und verlässlicher
Rahmenbedingungen besteht, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern.

Impulse aus Wissenschaft und Marktforschung

Mit seinem Vortrag "Sozialpartnerschaft und Tarifpolitik im Zeichen von Krisen"
gab Dr. Hagen Lesch vom Institut der Deutschen Wirtschaft einen Einblick in
aktuelle Entwicklungen von Tarifbeziehungen und unterstrich die zentrale Rolle
einer gelebten Sozialpartnerschaft sowie stabiler tariflicher Rahmenbedingungen.

Den Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Branche richtete anschließend
Jochen Pinsker vom Marktforschungsunternehmen Circana. Trotz eines weiterhin
anspruchsvollen Konsumumfelds baue die Systemgastronomie ihre Marktposition
kontinuierlich aus. Der Marktanteil stieg auf 45,6 Prozent.

Plattform für Austausch und Innovation

Begleitet wurde die SystemGastroConnect von einer großen Ausstellung der
BdS-Fördermitglieder. Bei Networking-Pausen, Light Lunch, Fördermitgliederrallye
und der abschließenden After-Work-Party nutzten die Teilnehmenden die
Gelegenheit zum intensiven Austausch über Innovationen, Dienstleistungen und
Zukunftsthemen der Branche.

Die SystemGastroConnect machte deutlich: Die Systemgastronomie ist bereit,
Verantwortung zu übernehmen, zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen.
Politik und Branche nutzten die Veranstaltung für intensiven Diskussionen
darüber, wie Deutschland als Wirtschaftsstandort gestärkt und die
Rahmenbedingungen für eine der dynamischsten Branchen des Landes nachhaltig
verbessert werden können.

Pressekontakt:

Sabine Jürgens
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