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OTS: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) / ...

06.07.2026
um 07:33 Uhr

Erste Halbzeit im Onlinehandel: Kaufneigung der Deutschen kehrt zurück
Berlin (ots) - Die Kauflaune der Deutschen hat sich zur Jahresmitte spürbar
verbessert. Die Gesamtumsätze wuchsen im 2. Quartal um 5,1 Prozent und setzten
damit die moderate Erholung im Markt fort. Im gesamten ersten Halbjahr erhöhten
sich die Umsätze im Onlinehandel um 4,3 Prozent. "E-Commerce ist zur wichtigsten
Stütze des deutschen Handels in diesem äußerst schwachen Konsumumfeld geworden",
kommentiert Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des
E-Commerce-Verbandes bevh. "Ob reine Onlinehändler, Multichannel-Anbieter oder
Händler auf Marktplätzen: Alle konnten im zweiten Quartal an diesem Wachstum
teilhaben. Im Detail zeigt sich aber, dass Plattformen und insbesondere Anbieter
aus dem asiatischen Raum immer mehr Marktanteile auf sich vereinen."

Tägliche Versorgung wandert in den Onlinehandel

Stärkste Wachstumtreiber im Vergleich der Branchen waren Anbieter von Waren des
täglichen Bedarfs (+10,1 Prozent), vor allem Drogeriehändler (+11,7 Prozent)
sowie saisonal laufende Warengruppen wie DIY & Blumen (10,9 Prozent), Hobby- &
Freizeitartikel (7,5 Prozent) und Auto- & Motorradzubehör (+7,6 Prozent).
Versandapotheken konnten das kräftigste Umsatzwachstum mit Medikamenten seit
Einführung des E-Rezepts verbuchen (+13,9 Prozent). Wichtige Impulse kamen vom
besonders wichtigen Modehandel, der sein Umsatzplus online auf 4,4 Prozent
steigern konnte, nach 3,6 Prozent im 1. Quartal. Weit hinter dem Markt zurück
liegen hingegen die Cluster Unterhaltung und Einrichtung (jeweils 2,7 Prozent) -
vor allem Möbel, Lampen & Dekorationen (-2,1 Prozent) blieben in den Lagern
liegen. Dank eines stärkeren ersten Quartals liegt diese Warenkategorie zum
Halbjahr nominal (d. H. nicht inflationsbereinigt) noch leicht im Plus.

Profitieren von der Kauflaune konnten erneut Online-Marktplätze (+6,4 Prozent),
die zur Jahresmitte 11,5 Mrd. Euroumsetzen konnten, und Herstellerversender (6,3
Prozent). Klassische Onlineshops (+3,8 Prozent) und Multichannel-Händler mit
Ursprung im stationären Handel (+2,5 Prozent) konnten zwar weiter zulegen,
laufen den Entwicklungen im Markt jedoch weiter hinterher.

Asiatische Plattformen: Bestellungen erreichen neuen Höchstwert

Der Anteil der größten asiatischen Plattformen an den Bestellungen im gesamten
E-Commerce wächst weiter und liegt zur Jahresmitte bei 5,3 Prozent. Damit
entfällt bereits jeder 20. Umsatz-Euro im Onlinehandel auf Temu, Shein,
AliExpress oder weitere Anbieter aus Asien. Spürbar ist die wachsende Dominanz
vor allem im Online-Modehandel, in dem asiatische Plattformen inzwischen mehr
als 16 Prozent aller Bestellungen auf sich vereinen. Der Umsatzzuwachs der
Anbieter aus Asien übertrifft mit mehr als 20 Prozent das Marktwachstum bei
Weitem.

Vom neuen 3-Euro-Pauschalzoll, der ab dem 1. Juli für jede unterschiedliche
Warengruppe (Zolltarifposition) in Sendungen unter 150 Euro erhoben wird, die
aus Drittstaaten an Endverbraucher versandt werden, erwartet der bevh
unterdessen wenig Wirkung. "Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig
anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen
innerhalb Europas aufzubauen. Das bedeutet, dass Waren nicht mehr ungeordnet in
kaum zu kontrollierenden Einzelpaketen zu uns gelangen, sondern als Container,
und dann innereuropäisch versendet werden", konstatiert Alien Mulyk, seit 1.
Juli neue Hauptgeschäftsführerin des bevh.

KI bereitet immer mehr Einkäufe vor - Kauf selbst bleibt "human touch"

KI-Anwendungen wurden von fast 6 Prozent der Onlinekäufer von Waren im Rahmen
der Informationssuche vor dem Kauf genutzt. In den jüngeren Altersgruppen von 14
bis 29 und 30 bis 39 Jahren nutzte schon mehr als jeder zehnte Besteller die
Unterstützung durch ChatGPT, Gemini oder andere. In einer Sonderbefragung von
2.500 Onlinekunden im zweiten Quartal gab fast jede/r Dritte (31,2 Prozent) an,
schon einmal Chatbots nach Produktempfehlungen gefragt zu haben. Etwas mehr als
die Hälfte hatte damit noch keine Berührung. Nur 12,7 Prozent stimmten
allerdings der Aussage "voll und ganz" oder "weitgehend" zu, einer
Produktempfehlung durch einen Bot ohne zusätzliche Produktsuche direkt zu
folgen. Einem KI-Agenten Zugang zu Bezahldaten zu geben, ist für mehr als zwei
Drittel der Befragten (68,6 Prozent) derzeit völlig undenkbar. Nur eine
Minderheit von 9 Prozent wäre zum heutigen Zeitpunkt bereit, KI-Agenten den
autonomen Einkauf zu erlauben.

Link: Alle Branchenumsätze als Tabelle (https://bevh.org/detail/erste-halbzeit-i
m-onlinehandel-kaufneigung-der-deutschen-kehrt-zurueck)

Pressekontakt:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)
Frank Düssler
Friedrichstraße 60 (Atrium)
10117 Berlin
Mobil: 0162 2525268
mailto:frank.duessler@bevh.org

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52922/6308493
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