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WDH/Aktien Frankfurt: Anleger halten sich wegen Nahost-Krise zurück

10.07.2026
um 12:30 Uhr

(Wortausfall bereinigt im 4. Absatz.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Vortageserholung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitagmittag verhalten präsentiert. Im Anlegerfokus steht der weiterhin ungelöste militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Dax notierte kaum verändert bei 25.105 Punkten. Damit deutet sich für den Leitindex ein Wochenverlust von rund zweieinhalb Prozent an. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, stieg am Freitag zuletzt um 0,4 Prozent auf 31.956 Zähler.

Angesichts des wieder im Fokus stehenden Iran-Kriegs und den damit deutlich gestiegenen Ölpreisen verwundert die klar negative Wochenbilanz nicht, obwohl der Dax am Montag zunächst noch ein weiteres Rekordhoch von 25.900 Punkten erreicht hatte. Nach einem zwischenzeitlichen Rückschlag bis auf 24.830 Punkte konnte er sich aber immerhin etwas fangen und sich wieder über die 21-Tage-Linie retten, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.

Trotz gegenseitiger Angriffe arbeiten Washington und Teheran laut der US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur.

Der durch US-Glyphosatklagen von hohen Schulden belastete Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer verschafft sich durch einen Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo mehr finanziellen Spielraum. Apollo erhält eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen
Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit Langzeit-Verhütungsmitteln einbringt. Dadurch sichern sich die Leverkusener 3,0 Milliarden Euro Eigenkapital. Die Bayer-Anteilsscheine fielen dennoch um 1,9 Prozent.

Der VW-Konzern streicht seine Modellpalette deutlich zusammen. Die Zahl der Modelle im Konzern solle schrittweise um bis zu 50 Prozent schrumpfen, die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent sinken, kündigte der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg an. Dem aktuellen Plan mangele es an Details, Investoren wünschten sich weiterreichende Nachrichten zur Umstrukturierung, doch Betriebsrat und Politik lehnten dies ab, kommentierte ein Händler am Morgen. Die VW-Vorzugsaktie büßte zuletzt 1,1 Prozent ein.

Für die Papiere von Salzgitter ging es an der MDax-Spitze um 11,2 Prozent aufwärts, nachdem die US-Bank JPMorgan die Einstufung der Papiere von "Underweight" auf "Overweight" gedreht und das Kursziel von 31,40 auf 65,00 Euro mehr als verdoppelt hatte. Analyst Dominic O'Kane wird optimistisch für die europäische Stahlbranche. Die Protektionsmaßnahmen der Politik zeigten Wirkung und die Gewinnentwicklung der Unternehmen werde Fahrt aufnehmen, schrieb er. Für das zweite Halbjahr geht der Experte von steigenden Stahlpreisen in Europa aus.

Die Aktien von Dürr sackten auf das tiefste Niveau seit mehr als sechs Jahren ab und verloren zuletzt 2,7 Prozent. Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hatte die bisherige Kaufempfehlung für die Titel des Anlagenbauers einkassiert und das Kursziel von 40 auf 21 Euro nahezu halbiert. Dürr benötige "frischen Lack", schrieb sie in Anspielung auf das Geschäft mit Lackieranlagen. Die Abhängigkeit des Unternehmens von den Ausgaben der Autobranche, die ihrerseits schwierige Zeiten durchlebt, sieht sie kritisch.

Die Anteilsscheine von Redcare weiteten ihre jüngste Kurskorrektur aus und fielen um weitere 3,9 Prozent. Nach einem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" über Einstiegspläne der Drogerie Rossmann in das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten am Vortag kochten wieder Konkurrenzbefürchtungen hoch. Aus Sicht von Felix Dennl vom Bankhaus Metzler muss Rossmann aber viel lernen und investieren, um den Stand von Redcare zu erreichen./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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