KECSKEMET (dpa-AFX) - Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar hat das Mercedes
Die Präsenz von Mercedes stärkt Magyar zufolge die Position seines Landes in der globalen Auto-Wertschöpfungskette und beweist, dass Ungarn langfristige, strategisch wichtige Industrie-Investitionen anziehen kann. Deutschland sei seit Jahrzehnten der wichtigste ausländische Investor. Die rund 2.300 deutschen Unternehmen in Ungarn brächten nicht nur Kapital, sondern auch Technologie und Management-Fachwissen. "Wir sind stolz darauf, dass ungarisches und deutsches Know-how hier, in diesem Werk, zusammenkommt", sagte Magyar.
Partnerschaft auf Gegenseitigkeit
Ungarn sei bereit, ein attraktiver Standort mit einem stabilen Umfeld, einem wettbewerbsfähigen Steuersystem, einer angemessenen Infrastruktur und qualifizierten Arbeitskräften zu bleiben, sagte Magyar. Zugleich stellte er klare Bedingungen an die ausländischen Unternehmen. "Diese Partnerschaft (...) muss auf Gegenseitigkeit beruhen", sagte er. Die neue Regierung erwarte von allen Beteiligten die Einhaltung der Vorschriften und den Respekt gegenüber ungarischen Arbeitnehmern. "Arbeiter haben - genau wie Führungskräfte - Anspruch auf fairen Lohn, Arbeitssicherheit und Erholung."
Ziel seiner Regierung sei es nicht nur, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch eine sichere Existenzgrundlage zu gewährleisten. Besonders fördern wolle er außerdem den Mittelstand - und er appellierte an deutsche Investoren, auch ungarischen kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen.
Größtes Mercedes-Werk in Europa
Mercedes hat das Werk in Kecskemet für rund eine Milliarde Euro erweitert und es so zur größten Autofabrik gemacht. Mit einer potenziellen Kapazität von bis zu 400.000 Fahrzeugen jährlich wäre Kecskemet in Zukunft auch die größte Mercedes-Fabrik in Europa. Neu hinzugekommen sind unter anderem zwei Hallen für Karosserie- und Montagelinien, ein zweites Presswerk, eine Lackiererei sowie eine Batteriemontage.
Neben A-Klasse und GLB wird dort nun auch die elektrische C-Klasse gefertigt. Weitere Modelle sollen folgen. Die Produktionskosten in Ungarn liegen nach früheren Angaben von Finanzchef Harald Wilhelm rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau./jwe/DP/he