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Aktien Frankfurt: Dax ringt weiter mit 25.000-Punkte-Marke

14.07.2026
um 11:35 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der noch zu Wochenbeginn robuste Dax ist am Dienstag etwas unter Druck geraten. Dass der Preis für die wichtige Rohölsorte Brent auf den höchsten Stand seit einem Monat gestiegen ist, belastete die Stimmung. Gegen Mittag sank der deutsche Leitindex um 0,54 Prozent auf 24.978 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 0,72 Prozent auf 31.753 Punkte nach. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um gut 0,6 Prozent bergab.

Verantwortlich für die Ölpreis-Entwicklung ist die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Wiederaufnahme der Seeblockade gegen iranische Häfen ansteuernde Schiffe. Zudem erklärte Trump, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Meerenge von Hormus Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchten. Während das US-Militär weiter Ziele im Iran bombardiert, attackierte der Iran in der Meerenge zwei Tanker mit Marschflugkörpern.

"Der Iran-Konflikt bleibt das dominierende Thema an den Finanzmärkten", kommentierte Marktanalyst Timo Emden. "Zwischen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Eskalation bewegt sich die Börse derzeit wie auf geopolitischem Glatteis."

Jochen Stanzl von der Consorsbank befürchtet, dass der Rutsch des Dax unter die umkämpfte 25.000-Punkte-Marke die Korrektur noch beschleunigen könnte. Bisher sieht er allerdings eine eher geordnete Entwicklung, da die Anleger "die Wechselhaftigkeit des Iran-Konflikts kennen und auch eine plötzliche Wiederaufnahme der Gespräche nicht für ausgeschlossen halten".

Angesichts der jüngsten Signale der US-Notenbank, dass eine Zinsanhebung notwendig sein könnte, um die latenten Inflationsrisiken einzudämmen, dürften laut Stanzl die US-Verbraucherpreise am Nachmittag viel Aufmerksamkeit finden. Zudem legen in Kürze mehrere große US-Banken ihre Quartalsberichte vor.

Am deutschen Markt stand eine Reihe von Unternehmenszahlen im Fokus. Der Pharmawirkstoff-Entwickler Evotec senkte wegen geringerer Erlöserwartungen seine Jahresziele deutlich. Diese liegen nun klar unter den Analystenschätzungen, was die Aktien um gut 28 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren einbrechen ließ.

Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche litten besonders deutlich unter der Entwicklung im Nahen Osten und dem Ölpreisanstieg. Die Fraport -Titel, die am Montag dem negativen Branchentrend noch getrotzt hatten, sackten um 4,8 Prozent ab, während Tui und Lufthansa 2,1 beziehungsweise 2,5 Prozent verloren.

Dass Vossloh seinen Ausblick wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten etwas senkte, bestraften die Anleger mit einem Kursrutsch von 8,8 Prozent. Die Experten von Deutsche Bank Research sprachen von einer negativen Überraschung. Dass der Bahntechnikkonzern die Belastungen als vorübergehend beziehungsweise einmalig ansieht und seine Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr bestätigte, konnte die Aktionäre nicht milde stimmen.

Derweil blickt das Medizintechnik-Unternehmen Drägerwerk nach einem guten zweiten Quartal etwas zuversichtlicher als bisher auf das laufende Geschäftsjahr. Die Aktien gewannen 1,9 Prozent.

Die Anteile von Salzgitter profitierten mit einem Kurssprung von 6,8 Prozent auf 54,90 Euro von einer Empfehlung des Analysehauses Jefferies. Der Konzern sei einer der größten Profiteure steigender Volumina und Preise im Zuge der Protektionsmaßnahmen für die europäische Stahlbranche, schrieb Cole Hathorn. Zudem sollte das deutsche Infrastrukturpaket ab 2027 durchschlagen. Daher schraubte der Experte das Kursziel von 55 auf 66 Euro hoch und rät nun zum Kauf./gl/men

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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