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OTS: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken / ...

15.07.2026
um 10:37 Uhr

Erfolgreich positioniert im Wettbewerb: Genossenschaftliche
FinanzGruppe erwirtschaftet Gewinn von 11,6 Milliarden Euro im Jahr
2025
Berlin (ots) -

- Kolak: Ergebnis unterstreicht Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe
- Reform der Sicherungseinrichtung erfolgreich abgeschlossen
- Zukunft gestalten - finanzielle Bildung und technologische Innovation als
Handlungsfelder

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat sich im
Geschäftsjahr 2025 in der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands gut
behauptet. Der konsolidierte Gewinn vor Steuern lag bei 11,6 Milliarden Euro.
"Unsere Banken haben solide gewirtschaftet und sind für ihre Kunden in diesen
anspruchsvollen Zeiten da. Das zahlt sich aus: in langjährigen Beziehungen zu
Millionen von Menschen und Unternehmen und in einem weiter gewachsenen
Kundengeschäft", sagte die Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, anlässlich der
Präsentation des gruppenweiten Jahresabschlusses. Das Ergebnis unterstreiche die
Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Zugleich verwies
Kolak auf zunehmende Herausforderungen aus dem konjunkturellen Umfeld und den
spürbar steigenden Wettbewerbsdruck am deutschen Bankenmarkt. "Wir arbeiten
daher mit voller Energie für unsere Zukunftsfähigkeit und stellen die Kunden
dabei in den Mittelpunkt."

Das allgemeine Wirtschaftsklima, die Investitionsbereitschaft und das
Verbrauchervertrauen seien jedoch weiter gedämpft, so Kolak. Viele Unternehmen
litten unter schwankenden Energie- und Rohstoffpreisen, steigendem
Fachkräftemangel sowie handelspolitischen Risiken. "Umso wichtiger ist eine
Wirtschaftspolitik im Inland, die Orientierung, Tempo und Planungssicherheit
bietet", sagte die BVR-Präsidentin. Die jüngsten Beschlüsse der Koalition zu
Aufschwung und Beschäftigung und das klare Bekenntnis zu den Vorschlägen der
Rentenkommission seien wichtige Zeichen. "Auch die heute im zweiten
Entlastungskabinett vorgesehenen Deregulierungsmaßnahmen sind vielversprechende
Signale, dass die Regierung Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum wieder stärker in
den Fokus rückt", kommentierte Kolak. Jetzt komme es auf die konsequente
Umsetzung an. Sie warb zugleich für eine ambitioniertere Reform der
Einkommensteuer: "Die vorgesehenen Entlastungen werden bei vielen nicht einmal
die kalte Progression ausgleichen. Durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes
werden leistungsstarke Mittelständler - also diejenigen, auf deren Investitionen
es jetzt ankäme - auch noch zusätzlich belastet."

Beim Thema finanzielle Bildung und Vorsorge sieht Kolak nach Jahren des
Stillstands Bewegung. Die geplante Frühstart-Rente und das Altersvorsorgedepot
seien wichtige Schritte für eine stärkere dritte Säule. Noch fehle Anbietern mit
dem Gesetzentwurf allerdings die notwendige rechtliche Verlässlichkeit. "Unsere
Häuser stehen in den Startlöchern", so Kolak. Die Genossenschaftliche
FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken setzt dabei nicht nur auf Vorsorge-
und Anlageprodukte, sondern auf ein breites Bildungsangebot. Dazu gehören
Unterrichtsmaterialien für Schulen und das Schulserviceportal "Jugend und
Finanzen", der Kinderpodcast "Alles über Knete", Formate für junge Menschen in
den sozialen Medien sowie die Entwicklung einer eigenen Finanzbildungs-App, die
derzeit gemeinsam mit der gruppeneigenen NextGen-Consultancy Neonblau
vorangetrieben wird.

Neben verlässlichen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und einer stärkeren
privaten Vorsorge sieht der BVR vor allem technologische Innovationskraft als
entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Europa und den Finanzstandort Deutschland.
Mit dem Tech Sovereignty Package hat die EU-Kommission Anfang Juni ein
umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, das Europas Abhängigkeit bei Cloud,
Künstlicher Intelligenz und Halbleitern verringern und eigene technologische
Alternativen stärken soll. Nun kommt es darauf an, aus diesen politischen
Weichenstellungen konkrete Investitionen und marktfähige Lösungen entstehen zu
lassen. Digitale Souveränität sollte dabei nicht Abschottung bedeuten, sondern
die Fähigkeit, technologische Entwicklungen aktiv mitzugestalten und für Kunden
nutzbar zu machen. Die genossenschaftliche FinanzGruppe treibt den Einsatz von
KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran - von der Automatisierung
ihrer Prozesse über intelligente Datennutzung bis hin zu neuen Anwendungen in
Beratung und Service. Zugleich bringt sie ihre Erfahrungen als Betreiber
kritischer Finanzinfrastruktur aktiv in die politische Debatte um
Cloud-Technologien, Datenhoheit und KI-Regulierung ein.

Mit seinem Reformprojekt Geno Next Level hat der BVR erfolgreich die
Sicherungseinrichtung gestärkt und ihre Eingriffsrechte bei Banken im
Präventions- und Sanierungsstatus verschärft. Die dafür erforderlichen
Änderungen an Statuten hat die BVR-Mitgliederversammlung im Juni mit sehr großer
Mehrheit beschlossen. "Das ist ein Meilenstein für die Zukunft unseres
Sicherungssystems und ein Beleg für die Handlungsfähigkeit unserer Gruppe",
bilanzierte Kolak nach anderthalb Jahren eines von Primärbanken,
Regionalverbänden und Verbundunternehmen getragenen Reformprozesses.

In den kommenden Monaten werden sich die Aufsichtsräte und Vorstände aller
Genossenschaftsbanken zudem mit dem vom BVR vorgelegten Vorstands- und
Aufsichtsratskodex befassen. Dieser soll ein gemeinsames Verständnis
verantwortungsvoller Unternehmensführung fördern. Auch die Weiterentwicklung des
gruppenweiten Risiko- und Finanzmanagements war Bestandteil von Geno Next Level.
Die im Projekt erarbeiteten Leitplanken werden derzeit vom BVR weiter
ausgearbeitet.

Erfolgreiches Kundengeschäft

Der Zinsüberschuss - die größte Ertragsquelle der Genossenschaftsbanken - stieg
im Jahr 2025 leicht auf 24,5 Milliarden Euro und bestätigt das hohe
Vorjahresniveau (24,3 Milliarden Euro).

Dynamischer wuchs erneut der Provisionsüberschuss auf 9,9 Milliarden Euro
(Vorjahr: 9,5 Milliarden Euro). Haupterlösquellen waren weiterhin Erträge aus
dem Zahlungsverkehr und dem Wertpapiergeschäft.

Das Handelsergebnis verbesserte sich spürbar und drehte von minus 643 Millionen
Euro auf plus 384 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Wegfall
marktbedingter Bewertungseffekte bei eigenen Emissionen. Gegenläufig wirkte die
Normalisierung des Ergebnisses aus Finanzanlagen von 930 Millionen Euro auf 142
Millionen Euro. Zwar konnten auch hier Wertaufholungen verzeichnet werden, diese
fielen jedoch wesentlich geringer aus als im Vorjahr.

Im Berichtsjahr hervorzuheben ist das Versicherungsgeschäft. Eine erfreuliche
Entwicklung im Kundengeschäft sowie eine geringere Schadendynamik führten zu
einem deutlichen Ergebnisanstieg von 56 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Ihre Risikovorsorge hält die genossenschaftliche FinanzGruppe im Geschäftsjahr
2025 auf weiter hohem Niveau von 4,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,5 Milliarden
Euro). Hierin spiegelt sich das aufgrund der schwachen Konjunktur weiterhin
anziehende Insolvenzgeschehen bei Unternehmen und Verbrauchern, aber auch die
vorsorgliche Planung der Finanz- und Risikomanager in den Banken wider.

Die erzielten Erträge kompensieren die steigenden Verwaltungsaufwendungen , die
sich im Geschäftsjahr auf 22,2 Milliarden Euro nach 20,8 Milliarden Euro im
Vorjahr erhöhten. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Personalaufwendungen
durch Tariferhöhungen und Neubesetzungen. Die Zahl der Mitarbeitenden der
genossenschaftlichen FinanzGruppe stieg 2025 um rund 3.000 Personen auf rund
176.500. Damit setzte sie den strategischen Beschäftigungsaufbau im dritten Jahr
in Folge fort. Darüber hinaus stiegen die IT-Ausgaben. Die FinanzGruppe
investiert damit weiterhin gezielt in ihre Mitarbeitenden und die digitale
Weiterentwicklung ihrer Banken.

Die Aufwand-Ertrags-Relation wuchs hierdurch moderat um 1,5 Prozentpunkte auf
58,3 Prozent und liegt damit weiterhin auf gutem Niveau. Nach Berücksichtigung
der Ertragsteuern in Höhe von 4,2 Milliarden Euro belief sich der
Jahresüberschuss nach Steuern im Geschäftsjahr 2025 auf 7,4 Milliarden Euro. Die
positive Entwicklung im Kundengeschäft spiegelte sich auch in der Bilanz wider:
Die Forderungen an Kunden stiegen um 2,9 Prozent, die Kundeneinlagen um 2,7
Prozent. Die konsolidierte Bilanzsumme der genossenschaftlichen FinanzGruppe
erhöhte sich damit auf 1,68 Billionen Euro und lag 2,3 Prozent über dem
Vorjahreswert.

Die genossenschaftliche FinanzGruppe konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre
Eigenkapitalbasis, die weiterhin zu 83 Prozent von den Genossenschaftsbanken
getragen wird, kräftig ausbauen. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um
knapp 5,3 Prozent auf 158,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkapitalquote stieg um 0,4
Prozentpunkte auf 17,2 Prozent. Mit dieser sehr soliden Kapitalausstattung ist
die genossenschaftliche FinanzGruppe gut aufgestellt für die Zukunft - sowohl
für Risiken als auch für erwartete Finanzierungsbedarfe. Dies bestätigen auch
die Ratingagenturen : Sowohl Fitch mit AA- als auch Standard & Poor's mit A+
beurteilen die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken im
Branchenvergleich sehr gut - beide mit einem stabilen Ausblick.

Hintergrundinformation zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken
Raiffeisenbanken:

Die 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken,
genossenschaftlichen Kirchenbanken sowie Spezialinstitute vereinen das Kapital
der genossenschaftlichen FinanzGruppe - einschließlich der Zentralbank DZ BANK
AG - fast vollständig auf sich. Sie betreuen über 30 Millionen Kunden, von denen
17,5 Millionen als Mitglieder Geschäftsanteile an den Kreditgenossenschaften
halten. Die Eigentümerstruktur der genossenschaftlichen Bankengruppe ist damit
sehr breit und vollständig in privater Hand.

Die Zentralbank und Verbundunternehmen, zu denen neben der Bausparkasse
Schwäbisch Hall AG, der DZ HYP AG, der Union Asset Management Holding AG und der
R+V Versicherung AG unter anderem auch die Münchener Hypothekenbank eG, VR Smart
Finanz, die TeamBank AG und die DZ PRIVATBANK S.A. gehören, stellen den
Volksbanken und Raiffeisenbanken Allfinanzprodukte und -leistungen zur
Verfügung, die von den Genossenschaftsbanken im Rahmen ihrer jeweiligen
Positionierung im Markt bedarfsgerecht angeboten werden können.

Der BVR ist das strategische Kompetenzzentrum der genossenschaftlichen
Bankengruppe und vertritt als Spitzenverband der Kreditwirtschaft bundesweit und
international die Interessen der genossenschaftlichen Bankengruppe. Der BVR
betreibt ferner ein duales System der Institutssicherung. Die 100-prozentige
Tochtergesellschaft BVR Institutssicherung GmbH ist amtlich als
Einlagensicherungssystem anerkannt und stellt - neben der Institutssicherung -
den gesetzlichen Auftrag sicher, im Fall einer Bankinsolvenz die Entschädigung
der Einleger nach Maßgabe des Einlagensicherungsgesetzes vorzunehmen. Die
Sicherungseinrichtung des BVR gewährleistet als zusätzliches, freiwilliges
System ebenfalls die Einlagensicherung über den Weg der Institutssicherung

Pressekontakt:

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40550/6314905
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