Wadephul in Finnland - Briefing an russischer Grenze
HELSINKI (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul setzt an diesem Donnerstag seinen zweitägigen Besuch in Finnland fort. In der Hauptstadt Helsinki will der CDU-Politiker die Zivilschutzanlage Merihaka besichtigen. Finnland gilt als vorbildlich bei der Ausstattung mit solchen Schutzanlagen. Helsinki mit etwa 680.000 Einwohnern ist mit Schutzräumen für rund 900.000 Menschen ausgestattet - die meisten unter Privatgebäuden.
In Merihaka können im Krisenfall bis zu 6.000 Menschen unter anderem gegen nukleare und chemische Bedrohungen rund 20 Meter unter der Erdoberfläche Schutz finden. In Friedenszeiten wird die Anlage als Sportstätte, Spiel- und Parkplatz genutzt.
Vom finnischen Grenzschutz will sich Wadephul die Situation an der Grenze zu Russland schildern lassen. Die Sicherheitslage an der mehr als 1.300 Kilometer langen Grenze gilt seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine als angespannt. Nach dem Nato-Beitritt Finnlands im April 2023 ist die Grenze die längste Landgrenze des Bündnisses zu Russland.
Im Dezember 2023 hatte Finnland seine Land-Grenzübergänge zu Russland dichtgemacht. Hintergrund waren Vorwürfe, Russland habe gezielt Migranten an die Grenze gebracht, um Unruhe zu stiften. Erst im Juni hat das Land entschieden, die Landgrenzen geschlossen zu halten. Das Risiko instrumentalisierter Migration bestehe weiter, hieß es. Zuletzt gab es vermehrt Vorfälle mit fehlgeleiteten ukrainischen Drohnen, die auf finnischen Boden abstürzten. Eine unmittelbare militärische Bedrohung besteht nach finnischer Einschätzung derzeit nicht./bk/DP/he