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Aktien Asien: Deutliche Verluste bei Technologiewerten belasten

17.07.2026
um 09:07 Uhr

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die wichtigsten Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag deutlich nachgegeben. Marktteilnehmer begründeten die schlechte Stimmung mit einer neuen Angriffswelle der USA gegen den Iran. "Eine toxische Mischung aus der Angst vor den Folgen eines weiter eskalierenden Iran-Krieges und damit vor steigenden Zinsen holt die Investoren aus den Aktien", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest.

Hinzu kamen die anhaltenden Verluste im KI- und Halbleitersektor. "Anleger fürchten sich vor Ansteckungseffekten durch etwas, was den Anschein einer immer schneller rollenden Verkaufslawine im KI- und Chipsektor zu machen scheint", so Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank. "Auch vermeintlich gute Nachrichten aus der Berichtssaison werden ignoriert und haben sich nicht als kurzfristiger Rettungsanker für die sich immer weiter eintrübende Stimmung erweisen können."

So hatte der Philadelphia Semiconductor Index erneut deutlich nachgegeben und damit negative Vorgaben geliefert. Mit den jüngsten Verlusten habe er den tiefsten Stand seit acht Wochen erreicht und fast 20 Prozent vom Hoch eingebüßt, erklärten die Marktstrategen der Deutschen Bank. Zudem betreffe der Rückgang nicht den Halbleitersektor allein, sonder greife auch auf Technologiewerte insgesamt über.

Die technologielastigeren Börsen in Fernost standen entsprechend unter Druck. Während in Südkorea wegen eines Feiertags kein Handel stattfand, büßte der Nikkei 225 vier Prozent auf 64.141,12 Punkte, ein. Damit lag er deutlich unter dem Niveau von vor einer Woche. Unter Druck standen Aktien des Speicherchipherstellers Kioxia. Nachdem das Unternehmen die höchste Marktkapitalisierung an der japanischen Börsen erreicht hatte, hat sich diese binnen eines Monats wieder halbiert.

Der Verkaufsdruck griff auch auf die chinesischen Börsen über. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandsbörsen sank zuletzt um 2,3 Prozent, während der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong um 1,8 Prozent nachgab. Der technologielastige taiwanesische Markt büßte sogar über sechs Prozent ein.

Der australische Leitindex S&P ASX 200 tendierte dagegen vergleichsweise stabil und verlor lediglich 0,5 Prozent auf 8.796,70 Punkte. Hier zahlte sich die fehlende Technologielastigkeit aus./mf/mis

Infront Japan 225

WKN 969244 ISIN JP9010C00002
Infront Japan 225 Chart
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