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ROUNDUP/Erster Auftritt nach Aufsichtsrat: VW zieht Halbjahresbilanz

24.07.2026
um 06:35 Uhr

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Für VW -Konzernchef Oliver Blume ist es der erste öffentliche Auftritt nach der Sitzung des Aufsichtsrats zu seinen neuen Sparplänen vor zwei Wochen: Zusammen mit Finanzvorstand Arno Antlitz präsentiert er die Bilanz fürs erste Halbjahr. In einer digitalen Analysten- und Pressekonferenz wollen sich die Manager danach den Fragen des Fachpublikums stellen.

Im Aufsichtsrat waren die Sparpläne von Blume und Antlitz auf den Widerstand des Landes Niedersachsen, das einen großen Anteil am Autobauer hält, und der Arbeitnehmerseite gestoßen. Blume hatte zuletzt von einer Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit gesprochen, die als "theoretische Ableitung" betroffen wären. Vier Werke stehen auf der Kippe: Emden, Hannover, Zwickau und jenes der Tochter Audi in Neckarsulm. Vor einer Schließung bevorzuge er aber "intelligente Lösungen", so Blume in einem internen Statement.

Sparpläne fallen im Aufsichtsrat durch

Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.

Laut "Manager Magazin" sollen sie im September aber erneut eingebracht werden. Zuvor wollen die Top-Manager Ende August bei mehreren Betriebsversammlungen vor die Belegschaft treten.

Verkäufe gehen zurück

Das Tagesgeschäft dürfte Blume jetzt keinen Rückenwind liefern. Im zweiten Quartal fielen die Auslieferungen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Insbesondere im wichtigen Markt China steht der Konzern erheblich unter Druck: In der Volksrepublik sackten die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab.

Immerhin: Abseits Chinas sah es bei Volkswagen im Verkauf etwas besser aus, vor allem in Europa, auch in Nordamerika ging es im zweiten Quartal bergauf im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum. Bei den Elektroautos sieht es in Europa sowohl im Verkauf als auch bei den Bestellungen besser aus.

Blume: Verdienen zu wenig Geld

Allerdings, so beklagte Blume zuletzt, verdiene VW mit seinen Autos schlicht zu wenig Geld. Der Gewinn ist bei VW seit langem im Sinkflug: Im ersten Quartal war das Konzernergebnis nach Steuern bereits um fast ein Drittel eingebrochen, im Gesamtjahr 2025 sogar um fast die Hälfte.

Auch der Umsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres, aber nur leicht um 2,5 Prozent. Die operative Umsatzrendite lag damit noch bei 3,3 Prozent. Bis Jahresende sollen es eigentlich mindestens 4 Prozent sein, 2030 dann mindestens 8 Prozent. Das Ziel hatte VW erst Anfang des Jahres zurückgenommen, zuvor waren mindestens 9 Prozent angepeilt worden.

Stellenabbau läuft bereits

Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Diese Ende 2024 vereinbarten Sparmaßnahmen reichten angesichts der sich verschärfenden Rahmenbedingungen aber nicht mehr aus, so Blume. Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, so der Konzernchef. Das bisherige Geschäftsmodell von VW, in Europa zu entwickeln und zu produzieren und weltweit zu verkaufen, funktioniere daher nicht mehr. Der Konzern müsse sich neu aufstellen und die Kosten weiter senken./fjo/DP/zb

Volkswagen AG Vz.

WKN 766403 ISIN DE0007664039