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Pressestimme/'El País': Migranten dürfen kein Druckmittel sein

31.07.2026
um 09:04 Uhr

MADRID (dpa-AFX) - Zum Migrantenandrang in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta schreibt die spanische Zeitung "El País" am Freitag:

"Ein sprunghafter Anstieg der irregulären Migration ist nichts Neues. Auch ist es nicht das erste Mal, dass Marokkaner ins Wasser springen oder über die steilen Wellenbrecher nach Ceuta gelangen, während die Sicherheitskräfte ihres Landes wegschauen. Doch dieser Zustrom, der gravierender ist als frühere, kommt nicht aus dem Nichts. Armut und fehlende Perspektiven für einen Teil der marokkanischen Jugend sind eine Erklärung - aber nicht die einzige.

Vor drei Wochen entschied Spaniens Oberster Gerichtshof, dass die sofortige Zurückweisung von Migranten zulässig ist, wenn diese nach einem irregulären Grenzübertritt einen Zaun oder eine andere Sperre überwunden haben. Dies gelte jedoch nicht für Menschen, die über einen unbefestigten Grenzabschnitt wie das Meer nach Spanien gelangen. Dennoch wäre es falsch, diese Krise allein mit einer Gerichtsentscheidung oder den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Migranten zu erklären.

Der Kern des Problems liegt woanders: in der Duldung irregulärer Ausreisen nach Ceuta, einer spanischen Exklave, die Marokko als eigenes Staatsgebiet beansprucht. Sollte die marokkanische Regierung nichts unternehmen, um diesen Eindruck zu entkräften, wird unweigerlich der Verdacht genährt, dass sie - wie schon vor fünf Jahren - Migranten als Druckmittel einsetzt, um ein benachbartes und befreundetes Land unter Druck zu setzen."/er/DP/zb