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DFB-Vize Winkler fordert schnelle Schenderlein-Nachfolge

14.08.2026
um 13:24 Uhr

LEIPZIG (dpa-AFX) - DFB-Vizepräsident Hermann Winkler hat die schleppende Nachbesetzung des Sportministeramtes im Kanzleramt kritisiert. In einem dpa-Gespräch sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), der Sport sei in der Bundesregierung scheinbar die unwichtigste Nebensache der Welt.

Die bisherige Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) war vor drei Wochen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) entlassen worden. Noch ist offen, wer ihre Nachfolge antritt. Schenderlein wurde parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium.

Winklers Kritik: "Unhaltbar"

"Die überstürzte Entlassung und die Tatsache, dass fast einen Monat danach immer noch keine Nachfolge geregelt ist, ist unhaltbar", meinte Winkler.

Nicht nur die Vereine und Verbände, die sich durch die allgemeine Wirtschafts- und Finanzlage in einer schwierigen Situation befinden, bräuchten mehr Rückhalt aus der Politik. "Auch bevorstehende sportpolitische Entscheidungen auf nationalem und internationalem Gebiet, wie die Olympia-Bewerbung oder der Grand Depart der Tour de France müssten politisch begleitet werden", sagte der Sport-Funktionär.

Zudem wäre ein Ansprechpartner in der Regierung für die in Deutschland stattfindenden Großereignisse wichtig. "Die Bundesregierung sollte nun endlich eine zügige Nachbesetzung im Sinne des Sports vornehmen", forderte Winkler.

Schenderlein: Merz wünscht sich bekannte Persönlichkeit

Merz habe sie auf dem Rückweg aus ihrem Urlaub telefonisch über den Schritt informiert, sagte Schenderlein der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung". Mit ihrer Arbeit sei er zufrieden gewesen. Demnach wünsche sich der Kanzler aber eine Neuausrichtung des Amtes, "mit einer Person, die einen gewissen Bekanntheitsgrad hat".

In ostdeutschen CDU-Verbänden stieß Merz' Entscheidung auf viel Unmut. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisierte den Wechsel öffentlich. Auslöser der Kabinettsumbildung war der Rückzug von Unionsfraktionschef Jens Spahn.

"Die Schaffung der neuen Anlaufstelle im Kanzleramt für den gesamten organisierten Sport und die Berufung von Christiane Schenderlein als Staatsministerin war ein Hoffnungsschimmer nach der Bundestagswahl", sagte Winkler. "Zu Recht hatte zum Beispiel der DFB in seinen Forderungen vor der Wahl diese Position verlangt, damit der Sport mehr Gewicht bekommt."/gfs/DP/mis