(Neu: mehr Details und Analysten)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Eon
Zuletzt dämmten die Eon-Papiere ihren Tagesverlust immerhin auf weniger als 4 Prozent ein. Auf Wochensicht liegen sie aber immer noch rund 8 Prozent unter Wasser, nachdem sie seit dem Quartalsbericht vom Mittwoch von den Anlegern verkauft werden. RWE-Aktien
Laut dem Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur soll den Versorgern für Gasnetze eine pauschalierte Kapitalverzinsung von 3,76 Prozent zugemessen werden. Der Markt habe sich mit 4,5 bis 5,5 Prozent allerdings viel mehr erhofft, so der Börsianer.
Analyst Ahmed Farman von der Investmentbank Jefferies befürchtet nun, dass auch die Rendite im Stromgeschäft niedriger als von ihm erwartet ausfallen könnte. Er hält dies zwar für negativ, aber auch verkraftbar.
Eon selbst äußerte sich am Freitag nur knapp: Der Entwurf des Regulators müsse zunächst sorgfältig analysiert werden, bevor eine Bewertung im Detail vorgenommen werde, hieß es auf Anfrage aus Essen. Konzernchef Leonhard Birnbaum hatte zuletzt immer wieder betont, wie sehr die Investitionen in Deutschland von einer angemessenen Verzinsung abhängen.
Das Gasgeschäft ist im Verlauf der vergangenen Jahre bei Eon zunehmend in den Hintergrund gerückt. Der Essener Konzern konzentriert sich angesichts der zunehmenden Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft auf das Stromgeschäft.
Fraglich ist, inwieweit sich aus den nun vom Regulator vorgelegten Zinssätzen für Investitionen in das Gasnetz, Rückschlüsse auf den Strombereich ziehen lassen. Jefferies-Analyst Farman erinnerte an den vergangenen Mittwoch, als das Eon-Management in einer Telefonkonferenz mit Analysten die Übertragbarkeit herunter gespielt habe.
Er verwies aber auch auf eine Klausel in dem zu Wochenschluss veröffentlichten Entscheidungsentwurf. Dieser könnte seiner Lesart zufolge darauf hindeuten, dass die Bundesnetzagentur möglicherweise einen für Unternehmen attraktiveren Risikofaktor anstrebt, sofern ein Sektor im Vergleich zu Gas einen höheren Investitionsbedarf aufweist. Dem Experten zufolge bedeutet dies Spielraum im Vergleich von Strom zu Gas.
Auch RBC-Analyst Alexander Wheeler sind in dem Entscheidungsentwurf für den Gasbereich einen wichtigen Bezugspunkt für die bevorstehende Entscheidung im Strombereich./ag/lew/mis