ROUNUP/Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen verbessern sich erneut
MANNHEIM (dpa-AFX) - Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich den vierten Monat in Folge verbessert und den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs erreicht. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg im August im Vergleich zum Vormonat um 7,9 Punkte auf plus 34,2 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur 30 Punkte erwartet.
ZEW-Präsident Achim Wambach verweist auf jüngste Unternehmens- und Exportzahlen und spricht von einem "positiven Trend in den Erwartungen". Während die deutsche Wirtschaft weiterhin von den Infrastrukturprogrammen der Bundesregierung profitiere, berge das Rekord-Niedrigwasser am Rhein allerdings kurzfristig ein akutes zusätzliches Risiko für die Konjunktur. Die Verbesserung der Erwartungen erfasste alle Branchen.
Die immer noch schwache Bewertung der aktuellen Lage verbesserte sich noch deutlicher. Der entsprechende Indikator stieg um 16,5 Punkte auf minus 61,1 Punkte. Ökonomen hatten mit minus 69,3 Punkten gerechnet.
"Trotz aller Störfeuer vom ungelösten Nahost-Konflikt bis zur Niedrigwasserkrise zeigen die Finanzmarktexperten zum vierten Mal in Folge eine wachsende Zuversicht, dass die Konjunktur den Widrigkeiten trotzt", kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der LBBW. "Ob die positiven Impulse ausreichen, um die wirtschaftliche Talsohle nachhaltig zu überwinden, muss sich jedoch erst noch zeigen."
Nach Einschätzung der Volkswirtin Felicitas Henze von der Deutschen Bank könnten weiterhin erhöhte Öl- und Gaspreise sowie mögliche Lieferkettenprobleme infolge anhaltend niedriger Rheinpegel den Optimismus kurzfristig wieder dämpfen. "Sollte sich die Konjunktur im dritten Quartal dennoch robust zeigen, könnte das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr etwas höher ausfallen als die von uns aktuell prognostizierten 0,5 Prozent", so Henze. "In der ersten Jahreshälfte hatte sich die deutsche Wirtschaft angesichts der geopolitischen Lage bereits bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt."
Auch in der Eurozone verbesserten sich die Konjunkturerwartungen. Hier stieg der Indikator um 8,0 Punkte auf 31,4 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Lage stieg hier um 16,2 Punkte auf minus 21,5 Punkte./jsl/jkr/jha/