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18.08.2026
um 12:47 Uhr

BVR-Prognose: Niedrigwasser bremst Konjunktur 2026 nur vorübergehend
Berlin (ots) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
(BVR) hebt seine Wachstumseinschätzung für die deutsche Wirtschaft im laufenden
Jahr deutlich an. Nach seiner heute vorgelegten Sommer-Konjunkturprognose
rechnet der BVR für 2026 nun mit einem preisbereinigten Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,0 Prozent statt bislang erwarteter 0,5
Prozent. Für 2027 wird unverändert ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent
erwartet. Grundlage der Einschätzung ist eine spürbare Belebung der
wirtschaftlichen Aktivität in Deutschland trotz anhaltender geopolitischer und
klimatischer Belastungen.

"Das Niedrigwasser im Rhein und die Hitzewelle bremsen die Erholung der
Wirtschaft nur vorübergehend. In den vergangenen Monaten haben sich die
Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur nach mehreren Jahren der Schwäche
verdichtet. Die deutsche Wirtschaft wächst inzwischen seit drei Quartalen in
Folge. Hinzu kommen Verbesserungen wichtiger Frühindikatoren sowie eine
Aufwärtsrevision früherer BIP-Daten. Im dritten Quartal dürfte es aufgrund des
Niedrigwassers allerdings zu einer kurzen Wachstumspause kommen", sagt Dr.
Andreas Bley, Chefvolkswirt des BVR. Getragen werde die konjunkturelle Erholung
insbesondere von steigenden Exporten, einer allmählichen Belebung der Industrie
sowie einer zunehmenden Dynamik im Baugewerbe. Vor allem die staatlichen
Investitionsprogramme in den Bereichen Verteidigung, Infrastruktur und
Klimaschutz dürften der Wirtschaft in den kommenden Quartalen zusätzliche
Wachstumsimpulse verleihen.

Gleichzeitig belasten das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein und anderen
Wasserstraßen sowie damit verbundene Einschränkungen der Binnenschifffahrt
derzeit die deutsche Wirtschaft. Die geringeren Transportkapazitäten führen zu
höheren Logistikkosten und beeinträchtigen einzelne Branchen, unter anderem in
der Chemieindustrie. "Das Niedrigwasser erschwert derzeit den Gütertransport und
führt zu neuen Lieferkettenstörungen. Nach unserer Einschätzung dürfte die
gesamtwirtschaftliche Belastung aber zeitlich begrenzt bleiben. Sollte sich die
Pegelsituation in den kommenden Wochen normalisieren, dürfte das
Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal preisbereinigt wieder leicht zunehmen",
erläutert Bley. Die aktuelle Lage unterstreiche, wie wichtig widerstandsfähige
Lebens- und Wirtschaftsbedingungen sind. Die Politik sollte verlässliche
Rahmenbedingungen schaffen und notwendige Anpassungen an veränderte klimatische
Bedingungen gezielt vorantreiben. Entscheidend seien dabei Planungssicherheit
und gute Bedingungen für private Investitionen.

"Die Risiken für die deutsche Wirtschaft bleiben auch aus geopolitischer Sicht
erheblich. Eine längere Störung wichtiger Handelsrouten, erneute Verschärfungen
in der US-Handelspolitik oder ein deutlicher Anstieg der Energiepreise könnten
den Aufschwung abbremsen. Im Basisszenario überwiegen derzeit jedoch die Signale
einer fortschreitenden wirtschaftlichen Erholung", so Bley.

An seinen Inflationsprognosen hält der BVR fest. Der Verband erwartet für
Deutschland eine Inflationsrate von 2,8 Prozent im Jahr 2026 und von 2,5 Prozent
im Jahr 2027. Vorübergehend könnte die Teuerungsrate zum Jahresende 2026 jedoch
wieder über die Marke von drei Prozent steigen, insbesondere aufgrund höherer
Energie- und Transportkosten.

Die aktuelle BVR-Konjunkturprognose steht http://www.bvr.de zum Download bereit.

Pressekontakt:

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40550/6335642
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