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Piloten fordern bessere Drohnenerkennung an Flughäfen

18.08.2026
um 13:07 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle verlangt der Pilotenverband Vereinigung Cockpit (VC) Standards, um derartige Ereignisse einheitlich erkennen und bewerten zu können. Nach Einschätzung des Berufsverbands liegt das größte Problem derzeit nicht in der Abwehr von Drohnen, sondern in ihrer rechtzeitigen Erkennung.

"Vor jeder Abwehrfähigkeit steht die Fähigkeit zur Detektion. Erst wenn wir wissen, womit wir es zu tun haben, können wir sicher reagieren. Alles andere bleibt Symbolpolitik", sagte der Leiter der VC Arbeitsgruppe Security, Daniel Niesler. Die Piloten verlangen entsprechende technische Ausrüstung an den Verkehrsflughafen, die ihre Ergebnisse gleichzeitig an Flugsicherung und Polizei zur gemeinsamen Lagebeurteilung übermittelt.

Auslöser der Debatte ist der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle, wo Anfang August eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckt worden war. Der Generalbundesanwalt übernahm daraufhin die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung gab es im ersten Halbjahr 2026 bundesweit 145 Behinderungen des Flugverkehrs durch Drohnen.

Keine vorschnellen Abschüsse

Die VC verlangt klare Zuständigkeiten zwischen Flughäfen, Flugsicherung, Polizei, Bundeswehr und Sicherheitsbehörden. Die Piloten müssten in den Gremien vertreten sein, die Detektions- und Abwehrmaßnahmen festlegen.

Diese dürften nur nach gesicherter Information erfolgen, fordern die Piloten. Sie warnten: "Ein Abschuss oder eine elektronische Gegenmaßnahme ohne eindeutige Identifikation des Ziels ist für den umgebenden Luftverkehr gefährlicher als die Drohne selbst. Verkehrsflugzeuge sind weltweit bereits abgeschossen worden, weil man sie für etwas anderes hielt."/ceb/DP/jha