dpa-AFX Compact

OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Rohstoffpreise für ...

19.08.2026
um 12:42 Uhr

Rohstoffpreise für bayerische Wirtschaft erreichen Höchststand -
Wolfram um 567 Prozent teurer als vor einem Jahr / Brossardt:
"Steigende Rohstoffpreise erhöhen Kostendruck der Betriebe noch
weiter"
München (ots) - Der Rohstoffpreisindex der vbw - Vereinigung der Bayerischen
Wirtschaft e. V. lag im zweiten Quartal des Jahres 2026 bei durchschnittlich
205,3 Punkten . Das war der höchste Quartalswert des Index seit Beginn der
Aufzeichnungen im Jahr 2015. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 stieg der
Index um 8,7 Prozent, nachdem er im Vorquartal bereits um 14,3 Prozent zugelegt
hatte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag der Index um fast 40 Prozent höher.
"Im Trend steigen die Rohstoffpreise für die bayerische Wirtschaft seit gut
einem Jahr massiv an. Besonders der Iran-Krieg hat diese Entwicklung weiter
vorangetrieben. Solange es keine dauerhafte und verlässliche Friedenslösung gibt
und der Transport durch die Straße von Hormus im vollen Umfang und ohne
Einschränkungen möglich ist, wird unsere Wirtschaft weiter belastet", sagt vbw
Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Preise für Industriemetalle sind im zweiten Quartal 2026 um durchschnittlich
neun Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und damit der maßgebliche
Treiber für den weiteren Anstieg des Gesamtindex. Das höchste Plus verzeichnete
Germanium (+52,8 Prozent). Deutlich teurer wurden außerdem Wolfram (+44,9
Prozent), Tantal (+42,8 Prozent) und das für die bayerische Wirtschaft wichtige
Industriemetall Aluminium (+11,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresquartal
fällt der Anstieg der Preise für Industriemetalle noch drastischer aus (+40,7
Prozent). Wolfram verteuerte sich in diesem Zeitraum um 567,4 Prozent, Lithium
um 181,2 Prozent und Tantal um 137,5 Prozent. "Diese massiven Preisanstiege
müssen ein Weckruf für den Industriestandort Bayern sein. Die Entwicklungen
zeigen, wie verwundbar wir bei kritischen Rohstoffen sind", erläutert Brossardt.

Der Teilindex für Seltene Erden hat sich im abgelaufenen Quartal im Durchschnitt
kaum verändert und lag um 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Auch der
Teilindex für Edelmetalle ging im zweiten Quartal 2026 merklich um 10,6 Prozent
zurück. Gegenüber dem Vorjahresquartal lag der Preisindex für Edelmetalle
dennoch um überdurchschnittliche 70,7 Prozent höher.

Angesichts steigender Rohstoffkosten und der daraus resultierenden
Herausforderungen für die bayerische Wirtschaft fordert die vbw eine dringende
politische Priorisierung des Rohstoffbezugs . "Die Politik muss hierfür die
entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Statt einer schleichenden
Deindustrialisierung brauchen wir jetzt die Weichenstellung hin zu einer
Reindustrialisierung - nur so lässt sich die industrielle Basis und damit
Wohlstand und Beschäftigung im Freistaat langfristig sichern", sagt Brossardt.

Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw
Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es
handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem
Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw
Rohstoffpreisindex finden Sie hier (https://www.vbw-bayern.de/vbw/Themen-und-Ser
vices/Konjunktur/Bayern-Deutschland/vbw-Rohstoffpreisindex-M%C3%A4rz-2013.jsp)

Pressekontakt:

Stefanie Eizenberger, Tel. +49 (0) 89-551 78-370, Email:
stefanie.eizenberger@vbw-bayern.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58439/6336315
OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.