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Netanjahu: Stabilisierungstruppe hat keinen Zugang zu Gaza erhalten

20.08.2026
um 11:33 Uhr

TEL AVIV/GAZA (dpa-AFX) - Israel hat der internationalen Stabilisierungstruppe nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu keinen Zugang in den Gazastreifen gewährt. Damit widersprach Netanjahus Büro übereinstimmenden israelischen Medienberichten vom vergangenen Monat, denen zufolge nach einer Entscheidung des sogenannten Sicherheitskabinetts ein Teil der Stabilisierungstruppe in einem begrenzten Bereich des Küstenstreifens ihre Arbeit aufnehmen könne. Über die angebliche Entscheidung war kurz vor einem Besuch Netanjahus bei US-Präsident Donald Trump berichtet worden.

"Israel hat klargestellt, dass es keinen Wiederaufbau im Gazastreifen geben wird, bevor die Hamas vollständig entwaffnet ist", bekräftigte Netanjahu nach Angaben seines Büros zudem.

Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe, es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe. Zuletzt hatte Israel seine Luftangriffe wieder verstärkt und dabei nach Darstellung des Militärs gezielt ranghohe Kommandeure der islamistischen Terrororganisation Hamas getötet.

Bericht: Warnungen vor Eskalation vor der Wahl in Israel

Der israelische TV-Sender Channel 13 berichtete am Mittwochabend, Vertreter des israelischen Sicherheitsapparats hätten davor gewarnt, dass die rechtsreligiöse Regierung Netanjahus mit Blick auf die Parlamentswahlen im Oktober aus politischen Erwägungen eine proaktive Entscheidung zur Eskalation der Kampfhandlungen treffen könnte. Die Warnungen kämen, nachdem die Armee in den vergangenen zwei Wochen angewiesen worden sei, die Angriffe im Gazastreifen zu verstärken. "Für uns ist klar, dass manche Leute die Fronten im Vorfeld der Wahl anheizen wollen", zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Repräsentanten. "Wir werden uns nicht an unnötigen Kriegen beteiligen." Die Vorwürfe ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Anders als die Hamas lehnt Netanjahu einen Fahrplan des von Trump ins Leben gerufenen Friedensrats für eine Nachkriegsordnung in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen und eine Entwaffnung der islamistischen Organisation bisher ab. Streit gibt es unter anderem darüber, dass die der Hamas übergebenen Waffen laut dem Fahrplan eingelagert und unter palästinensischer Kontrolle bleiben sollen. Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen. Die Regierung befürchtet, sie könnten der Hamas sonst wieder in die Hände fallen./le/DP/nas