Zwei Menschen in Pennsylvania an Masern gestorben
WASHINGTON (dpa-AFX) - Das erste Mal in 35 Jahren sind in dem US-Bundesstaat Pennsylvania zwei Menschen an Masern gestorben. Das teilte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats mit. Beide Todesopfer waren demnach ungeimpft.
Die Gesundheitsministerin von Pennsylvania, Debra Bogen, sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Da Masern im Bundesstaat Pennsylvania seit mehr als drei Jahrzehnten weitgehend ausgerottet waren, sind die Menschen mit dieser Krankheit nicht vertraut und verstehen die potenzielle Schwere der Erkrankung nicht vollständig", sagte Bogen. Sie wolle sicherstellen, dass Menschen verstehen, dass der MMR-Impfstoff sicher sei und den besten Schutz gegen Masern biete. Der MMR-Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, "bietet einen lebenslangen Schutz von 97 Prozent", hieß es auf der Webseite des Gesundheitsministeriums.
Im Jahr 2026 hat die Behörde bislang 393 Masern-Fälle bestätigt. Ohne angemessenen Schutz oder unterstützende Behandlung können Masern tödlich verlaufen.
Rückgang der Impfquote in den USA
Insgesamt zeigen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC einen Trend zum Rückgang der Impfquote über die Jahre. Der wird begleitet von einer Masern-Epidemie in dem Land. Die USA haben in diesem Jahr so viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr registriert. Vor zehn Jahren lag die Impfquote unter Vorschulkindern gegen Masern, Mumps und Röteln bei 94,7 Prozent und damit 2,3 Prozentpunkte über dem jetzigen Wert.
"Bei einigen Krankheiten wie Masern kann selbst ein geringer Rückgang der Impfquote zu mehr Ausbrüchen führen, weil für eine Gemeinschaftsimmunität mehr als 95 Prozent der empfänglichen Personen immunisiert sein müssen", sagte Andrew Racine, Präsident der American Academy of Pediatrics, der Zeitung "Washington Post".
Scharfe Kritik von der WHO
Die CDC untersteht Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der als Impfskeptiker gilt. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Dekret verfügt, die Zahl der empfohlenen Impfungen zu reduzieren. Außerdem fordert er die Aufteilung von Kombi-Impfungen auf mehrere Arztbesuche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte mit Sorge und scharfer Kritik auf die Kinderimpf-Politik der US-Regierung reagiert und etwa erklärt, dass die Anordnung "nicht im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft" stehe./she/DP/he