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OTS: Verband der Chemischen Industrie (VCI) / Innovationsbudgets der Branche ...

26.08.2026
um 10:41 Uhr

Innovationsbudgets der Branche sind hoch / Schwächere Perspektiven für
den Forschungsstandort Deutschland
Frankfurt/Main (ots) -

- 2025: FuE-Etats der Chemie-/Pharmaindustrie liegen bei knapp 16 Milliarden
Euro
- Unternehmen setzen bei künftigen FuE-Investitionen stärker auf das Ausland
- VCI: Bundesregierung muss bei Innovationspolitik strategisch handeln

Innovation bleibt für die chemisch-pharmazeutische Industrie der Schlüssel aus
der Krise. Nach wie vor ist die Investitionsbereitschaft für Forschung und
Entwicklung (FuE) hoch und die Unternehmen setzen auf eine starke
Forschungsorientierung: 2025 lagen die FuE-Budgets der Branche bei knapp 16
Milliarden Euro. Drei Viertel der Unternehmen entwickeln neue Produkte und
Verfahren. Rund 7 Prozent ihrer Umsätze investieren sie wieder in FuE. Das geht
aus heute veröffentlichten Zahlen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)
hervor.

Für das laufende Jahr trüben sich die Pläne allerdings ein: Nach Angaben des VCI
rechnen 29 Prozent der Chemie- und Pharmafirmen mit rückläufigen FuE-Ausgaben in
Deutschland. Nur noch knapp jedes fünfte Unternehmen plant mit steigenden
Budgets am heimischen Standort. Deutlich positiver dagegen fallen die Pläne für
das Ausland aus: Hier prognostizieren 41 Prozent der befragten Firmen steigende
Etats.

Thomas Wessel, Vorsitzender des VCI-Ausschusses Forschung, Wissenschaft und
Bildung, macht deutlich: "Die chemisch-pharmazeutische Industrie will sich aus
der Krise herausinnovieren. Das Problem ist nicht der Wille, sondern der
Standort Deutschland."

Während die Unternehmen ihren Innovationskurs fortsetzen, gerät der Standort
immer stärker unter Druck. Viele Länder holen mit hoher Geschwindigkeit auf. Das
zeigt sich beispielsweise an ihren wachsenden FuE-Budgets. Der Anteil der
deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie an den globalen FuE-Ausgaben geht
dagegen von 6,5 Prozent (2010) auf 4,2 Prozent (2025) zurück.

Hinzu kommt, so der VCI, dass andere Länder Forschung, Entwicklung, Produktion
und Standort längst als Einheit denken. Damit wird der globale Wettbewerb nicht
nur härter, er stellt sich auch strategischer auf, beschreibt der Verband die
Entwicklung im internationalen Wettstreit um die besten Bedingungen für
Forschung, Entwicklung und Produktion der Standorte.

Besonders China verfolgt eine glasklare industrieorientierte
Innovationsstrategie. Dieser Erfolg zeigt sich eindrucksvoll in Zahlen: Der
Anteil an den weltweiten Patentanmeldungen in Chemie und Pharma hat sich 2010
bis 2024 nahezu vervierfacht. Damit liegt China nach den USA jetzt auf Rang 2 -
vor Japan, Südkorea und Deutschland. "Der Transfer aus der Forschung bis zur
Marktreife wird über mehrere Wege sichergestellt. Flankiert wird der ganze
Prozess von einer offensiven Agenda zum Schutz geistigen Eigentums", erläutert
Wessel den Trend Chinas.

Innovationsstandort braucht großen Wurf

Der VCI fordert daher, dass strategisches Denken in das politische Denken und
Handeln integriert werden und das Tempo deutlich anziehen muss, um
Forschungsideen zu kommerzialisieren und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
zu erhöhen. "Wettbewerb kennt keine Schonzeit", betont Wessel, und weiter: "Alle
Anstrengungen der Unternehmen müssen auf politisch zukunftsfähige
Rahmenbedingungen treffen. Es geht nicht um Korrekturen im Klein-Klein, sondern
um eine Richtungsentscheidung für den Innovationsstandort Deutschland und den
Willen zu grundlegenden Reformen. Es geht um den großen Wurf. Deutschland muss
den Mut und den Willen haben, ein Land zu sein, das Innovationen ermöglicht,
beschleunigt und willkommen heißt.

Das Reformpaket der Bundesregierung bezeichnet Wessel als ersten Anfang. Er
drängt jedoch darauf, widersprüchliche Politik, beispielsweise durch das
Gesundheits-Sparpaket, das den Pharmastandort massiv schwächt, zu korrigieren.
Außerdem sind die Chemie- und Hightech-Agenda, die nationale Plattform
Biotechnologie sowie die künftige Pharma- und Medizintechnikstrategie
aufeinander abzustimmen und zu einer schlüssigen Innovationsstrategie zu
verzahnen. Dafür muss die Chemieagenda 2045 die industriepolitischen Leitplanken
setzen, damit die Potenziale von Chemie, Pharma und Biotechnologie in
wettbewerbsfähige Wertschöpfung und Produktion überführt werden. "Es braucht
eine ressortübergreifende Steuerung, eine verlässliche Finanzierung, die
Einbettung in Sozial- und Wirtschaftsreformen sowie eine berechenbare Politik",
unterstreicht Wessel.

Fotos der Pressekonferenz stehen ab circa 13:00 Uhr unter diesem Link zur
Verfügung

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Der VCI ist Europas größter Verband für Chemie, Pharma und Biotechnologie. Mit
seinen 22 Fach- und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund
2.000 Unternehmen - vom Global Player bis zum hoch spezialisierten
Mittelständler. Mit 230 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 und rund 545.000
Beschäftigten in Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für
Innovation, Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische
Industrie von heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und
weltweit aktiv.

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