AfD-Chef Chrupalla: Merz macht Wahlkampf für uns
BERLIN (dpa-AFX) - AfD-Chef Tino Chrupalla hat Bundeskanzler Friedrich Merz Wählerbeschimpfung vorgeworfen. Im Sommerinterview der Sat.1-Sendung "newstime" kritisierte er den CDU-Chef für dessen Aussage, Sachsen-Anhalt dürfe kein Experimentierfeld für Wutbürger werden.
"Ich denke, damit macht er eher Wahlkampf für uns. Das freut mich auf die Art, wenn er weiter die Ostdeutschen beschimpft", sagte Chrupalla und warf Merz vor, "knapp 40 Prozent oder vielleicht über 40 Prozent der Wahlberechtigten" auszugrenzen und sein Amt verfehlt zu haben.
Merz hatte zudem vor einem Rückzug internationaler Investoren gewarnt, sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen. Chrupalla entgegnete unter Verweis auf die momentane Schwäche der Wirtschaft, die Gefahr sei durch die aktuelle Regierung von CDU und SPD gegeben.
Chrupalla: Regieren ist Frage der Zeit
Er bekräftigte den Anspruch seiner Partei, in Regierungsverantwortung zu kommen. "Wir werden irgendwann regieren. Das ist eine Frage der Zeit. Das habe ich immer betont."
Der AfD-Chef kritisierte Forderungen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zur Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens. Damit schließe man Wähler aus und spalte weiter die Gesellschaft. Chrupalla verwies auf die bundesweiten Umfragewerte der AfD. "Das wäre so, als wenn man den deutschen Meister im Fußball ausschließen möchte, weil man auch mal deutscher Meister werden möchte."/jr/DP/jha