Deutscher Umweltpreis für Klimajuristin und Membranforscher
OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Mit dem Deutschen Umweltpreis werden in diesem Jahr eine innovative Membranfilter-Technologie zur Wasserreinigung in Kläranlagen sowie das Engagement für klare rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt ausgezeichnet. Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergebene Preis geht an die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen (54) sowie den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul (61), Gründer und Geschäftsführer der Membion GmbH in Roetgen bei Aachen, wie die Stiftung in Osnabrück bekannt gab.
Verheyen verschafft Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind. Die Rechtsanwältin ist Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts und setzt sich entschlossen und konsequent dafür ein, klare rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt zu schaffen. "Roda Verheyen wendet abstrakte Vorgaben aus dem nationalen und internationalen Recht auf konkrete Fälle an und macht sie so wirksam", lobte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.
Verheyens Arbeit zeichne sich durch eine hohe Bezugnahme auf Erkenntnisse aus der Klima- und Umweltforschung aus, hieß es. Als Kommunikatorin vermittle sie komplexe Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit. Für eine neue Generation von Juristinnen und Juristen sei Roda Verheyen mit ihrem entschlossenen und eloquenten Auftreten ein Vorbild, erklärte Bonde.
Vossenkaul erhält den Preis für innovative Entwicklungen in der Abwasserreinigung in Kläranlagen. Die von ihm entwickelten Hohlfasermembranfilter sind dünne Röhrchen, die aus Klärschlamm klares Wasser filtrieren. Die Membranen bestehen aus vier Kunststoffen und haben so feine Poren, dass sie problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime sowie mittels Aktivkohle auch Arznei- und Kosmetikrückstände aus dem Abwasser herausfiltern.
Die Membranen sehen aus wie Spaghetti, sind hohl und etwa 1,60 Meter lang. "Mit Beharrlichkeit und Erfindergeist ist Vossenkaul Wegbereiter einer Technologie, die bereits heute die Standards von morgen erfüllt - für eine neue Ära der Abwasserreinigung in Kläranlagen", betonte Bonde. Der DBU-Generalsekretär spricht von neuen Maßstäben für die Abwasserreinigung: beste Wasserqualität, minimaler Energiebedarf und maximale Platzersparnis. Das mache Kläranlagen zukunftsfest.
Verheyen und Vossenkaul teilen sich den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis, der am 25. Oktober in Aachen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht werden soll. Der Deutsche Umweltpreis wird jährlich von der DBU für entscheidende und vorbildliche Leistungen zum Schutz und Erhalt der Umwelt vergeben. Nach DBU-Angaben ist es eine der höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas./mts/DP/stk