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OTS: Verband der Chemischen Industrie (VCI) / Quartalsbericht 2/2026 zur Lage ...

03.09.2026
um 08:37 Uhr

Quartalsbericht 2/2026 zur Lage der chemisch-pharmazeutischen
Industrie / Atempause statt Aufschwung
Frankfurt/Main (ots) -

- Produktionsanstieg durch Sondereffekte
- Höhere Preise und leicht steigende Mengen sorgen für Umsatzplus
- Nahostkonflikt sorgt für deutlichen Preisschub
- Ausblick: Geschäft bleibt weiter unter Druck

Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat im zweiten Quartal wegen externer
Sondereffekte erwartungsgemäß zugelegt: Die Produktion lag 2,4 Prozent höher als
im Vorquartal. Der Branchenumsatz legte erstmals seit über drei Jahren wieder
spürbar zu: Er stieg um 7,3 Prozent auf 54,5 Milliarden Euro. Dazu trug eine
leichte Belebung der Industriekonjunktur bei. Entscheidend waren aber die
Sondereffekte: In den vergangenen Monaten stockten viele Unternehmen angesichts
des Nahostkonflikts ihre Lager auf. Zudem verursachte der Konflikt zeitweise
schwere Lieferkettenprobleme bei der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten -
zum Vorteil einiger deutscher und europäischer Hersteller.

Aufträge und Umsätze gehen bereits wieder zurück

Trotz der besseren Zahlen bleibt die Lage schwierig. Bereits im Juni 2026 gingen
die Aufträge und Umsätze wieder zurück. Zudem lag die Kapazitätsauslastung mit
73,2 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (83 Prozent) und damit
auf einem wirtschaftlich unbefriedigenden Niveau. Gleichzeitig erhöhen die
gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten den Druck auf die Unternehmen. All das
zeigt: Die aktuelle Belebung ist vor allem das Ergebnis temporärer Sondereffekte
und noch kein Zeichen für eine nachhaltige Erholung.

VCI-Präsident Markus Steilemann kommentiert: "Das Plus bei Produktion und Umsatz
ist erfreulich, aber trügerisch. Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen
sind keine Trendwende. Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst.
Die deutsche Industrie braucht endlich einen konsequenten Kurs für mehr
Wettbewerbsfähigkeit. Passiert nichts, wird aus der zarten Belebung schnell
wieder Ernüchterung."

Die Zahlen im Überblick:

Für das Gesamtjahr bleibt der VCI vorsichtig. Die Belebung im Frühjahr ändert
nichts an den Herausforderungen der Branche. Der Verband erwartet in seiner
Prognose weiterhin einen Rückgang der Produktion von Chemie und Pharma um 1,5
Prozent. Höhere Erzeugerpreise dürften den Umsatz stützen. Insgesamt rechnet der
VCI mit einem Branchenumsatzplus von 2,5 Prozent. Das Plus ist jedoch
überwiegend preisbedingt. Die weiterhin schwache Auslastung, der hohe
Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur dürften die Geschäfte im
zweiten Halbjahr weiter belasten.

Die chemisch-pharmazeutische Produktion stieg im zweiten Quartal saisonbereinigt
um 2,4 Prozent und lag 0,9 Prozent über Vorjahr. Treiber waren eine leichte
Konjunkturbelebung sowie Vorratskäufe infolge des Nahostkonflikts - das ist
keine nachhaltige Trendwende. Die Kapazitätsauslastung blieb mit 73,2 Prozent
weiterhin niedrig.

Der Nahostkonflikt führte zu einem deutlichen Preisschub . Die Erzeugerpreise
stiegen gegenüber dem Vorquartal um 5,7 Prozent und lagen 5,3 Prozent über dem
Vorjahr. Höhere Rohöl-, Naphtha- und Gaspreise erhöhten den Kostendruck auf die
Unternehmen spürbar.

Leicht steigende Mengen und deutlich höhere Preise ließen den Umsatz im zweiten
Quartal um 7,3 Prozent auf 54,5 Milliarden Euro steigen. Gegenüber dem Vorjahr
ergibt sich ein Plus von 7,6 Prozent. Dies war der erste Umsatzanstieg seit über
drei Jahren. Allerdings gingen Auftragseingang und Umsatz im Verlauf des zweiten
Quartals bereits wieder zurück.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie auf https://www.vci.de

Der VCI ist Europas größter Verband für Chemie, Pharma und Biotechnologie. Mit
seinen 22 Fach- und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund
2.000 Unternehmen - vom Global Player bis zum hoch spezialisierten
Mittelständler. Mit 230 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 und rund 545.000
Beschäftigten in Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für
Innovation, Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische
Industrie von heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und
weltweit aktiv.

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