EQS-News: paragon GmbH & Co. KGaA und zwei weitere Gesellschaften der paragon-Gruppe haben Insolvenzanträge gestellt (deutsch)
paragon GmbH & Co. KGaA und zwei weitere Gesellschaften der paragon-Gruppe haben Insolvenzanträge gestellt
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EQS-News: paragon GmbH & Co. KGaA / Schlagwort(e): Insolvenz/Insolvenz
paragon GmbH & Co. KGaA und zwei weitere Gesellschaften der paragon-Gruppe
haben Insolvenzanträge gestellt
07.09.2026 / 11:53 CET/CEST
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paragon GmbH & Co. KGaA und zwei weitere Gesellschaften der paragon-Gruppe
haben Insolvenzanträge gestellt
* Indischer Investor Tejascore Techsystems Inc. erfüllt seine
vertraglichen Verpflichtungen nicht
* Wegen der ausbleibenden Zahlungen i.H.v. EUR 12 Mio. kann paragon
Zusagen ggü. seinen Lieferanten nicht leisten
* Insolvenz betrifft neben der börsennotierten paragon GmbH & Co. KGaA
auch die Tochterunternehmen paragon electronic GmbH und paragon movasys
GmbH mit insgesamt 552 Arbeitsplätzen
* paragon ist profitabel und verfügt über einen erheblichen
Auftragsbestand großer Autohersteller und sieht sich gut gerüstet für
die Zukunft
Delbrück, 07. September 2026 - paragon [ISIN DE0005558696] hat heute beim
Amtsgericht Paderborn Insolvenzanträge für die Firmen paragon GmbH & Co.
KGaA, paragon electronic GmbH und paragon movasys GmbH gestellt, nachdem ein
Investor trotz Nachfristsetzung seinen vertraglichen Pflichten nicht
nachgekommen ist.
paragon hat es in den letzten Jahren, die durch globale Krisen und den
Auswirkungen auf den automobilen Markt gekennzeichnet waren, geschafft,
seine Verschuldung um mehr als 64% zu senken und trotz gesunkenem Umsatz
seine Ergebnisse zu steigern. Der am 23. Juli 2025 veröffentlichte
vorläufige Jahresabschluss für 2025 zeigt schwarze Zahlen und weist auf
einen Rekord-Auftragseingang hin.
Um die Lieferantenverbindlichkeiten auf ein akzeptables Niveau zu senken,
hat die paragon-Geschäftsführung einen Investor gesucht und seit Ende
November 2025 mit einem indischen Privatinvestor bzw. dessen amerikanischen
Holding Tejascore Techsystems Inc. verhandelt. Nach monatelangen intensiven
Gesprächen, einer Due-Diligence-Prüfung und dem Austausch detaillierter
Finanzinformationen unterzeichneten die Parteien am 19. Juni 2026 ein
verbindliches Termsheet für Minderheitsbeteiligungen sowohl an der
persönlichen haftenden Gesellschafterin der paragon GmbH & Co. KGaA, der
paragon GmbH, als auch an der Frers Family Office GmbH, der
Mehrheitsaktionärin der paragon GmbH & Co. KGaA. Am selben Tag gab Tejascore
eine Finanzierungsbestätigung ab, in der sie ihre verbindliche Zusage
bekräftigte, paragon ein Darlehen in Höhe von EUR 12 Mio. zur Verfügung zu
stellen.
Tejascore hat sich in der Finanzierungsbestätigung verpflichtet, EUR 5 Mio.
Ende Juni und weitere EUR 7 Mio. Ende Juli zu überweisen. Ferner sollte ein
weiteres Darlehen über EUR 6 Mio. auf ersten Abruf bereitgestellt werden.
Seiner Pflicht zur Umsetzung des Termsheets und der unverzüglichen Gewährung
der Darlehen ist Tejascore trotz mehrfacher Aufforderung nicht nachgekommen.
Alle Bedingungen, die paragon bzw. die Frers Family Office GmbH betrafen,
sind dagegen erfüllt worden.
Die Zusicherungen des CEOs und Mehrheitsaktionärs von Tejascore, in den USA
über Finanzmittel in Höhe von mehr als USD 100 Mio. und weitere Mittel in
Indien zu verfügen, waren der wesentliche Faktor für den Abschluss der
Vereinbarungen, erwiesen sich aber mittlerweile als nicht zutreffend.
Vielmehr war es wohl seine Absicht, erst durch Aktienemissionen an der New
Yorker Börse die Finanzmittel zu beschaffen, was offensichtlich nicht
gelang. paragon's Anwälte gehen daher von einer arglistigen Täuschung aus;
es besteht der Verdacht des Betrugs.
Der Abschlussprüfer von paragon, KPMG, hat seine Prüfungsarbeiten zum
Jahresabschluss 2025 weitgehend abgeschlossen; zum Bestätigungsvermerk fehlt
nun der Eingang der Zahlungen von Tejascore. Ohne die Finanzmittel des
Investors kann paragon die Zusagen, die im Rahmen von Vereinbarungen mit den
Lieferanten getroffen wurden, nicht einhalten und muss daher Insolvenz
beantragen, was auch für die Tochterfirmen paragon electronic GmbH und
paragon movasys GmbH gilt. Hätte Tejasacore seine vertraglichen Pflichten
erfüllt, wäre paragon bis Ende 2028 (!) durchfinanziert gewesen und es wäre
nicht zu dieser einschneidenden Konsequenz gekommen. Betroffen sind die
paragon-Standorte in Delbrück, Suhl, Landsberg am Lech, Limbach, Nürnberg
und St. Georgen mit insgesamt 552 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - davon
21 Azubis und Praktikanten -, nicht aber die ausländischen paragon-Töchter
in Kroatien und China.
Für alle Stakeholder - Aktionäre, Anleihengläubiger, Kunden, Lieferanten,
Finanzierer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zuletzt auch für die Familie
Frers - beginnt nun eine Zeit des Umbruchs. Der Gründer und Geschäftsführer
der paragon GmbH, der persönlich haftenden Gesellschafterin der paragon GmbH
& Co. KGaA, bedauert diese negative Entwicklung aufs Tiefste. Klaus Dieter
Frers: "Ich habe bereits durch finanzielle Beiträge und Verzichte in
Millionenhöhe versucht, die Situation in den Griff zu bekommen. Ich bin
extrem enttäuscht von dem potenziellen Partner, der am Ende nur leere
Versprechungen gemacht hat. Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen,
dass der Schaden für die Stakeholder minimiert wird."
Die Geschäftsführung von paragon geht angesichts der Tatsachen, dass das
Unternehmen profitabel ist, mit zahlreichen Automobilherstellern exzellente
Kunden hat - bei denen mit ca. 94% des Umsatzes paragon Alleinlieferant ist
- und über einen enormen Auftragsbestand verfügt, davon aus, dass nach
Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters die Geschäftstätigkeit von
paragon fortgeführt wird.
Über die paragon GmbH & Co. KGaA
Die im Regulierten Markt (Prime Standard) der Deutsche Börse AG in Frankfurt
a.M. notierte paragon GmbH & Co. KGaA (ISIN DE0005558696) entwickelt,
produziert und vertreibt zukunftsweisende Lösungen im Bereich der
Automobilelektronik, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität. Zum
Portfolio des marktführenden Direktlieferanten der Automobilindustrie zählen
im Segment Elektronik innovatives Luftgütemanagement, moderne
Anzeige-Systeme sowie akustische High-End-Systeme. Im Segment Mechanik
entwickelt und produziert paragon aktive mobile Aerodynamiksysteme. Im
schnell wachsenden automobilen Markt für Batteriesysteme liefert paragon mit
dem Geschäftsbereich Power Batteriemanagement-Systeme und Antriebsbatterien.
Neben dem Unternehmenssitz in Delbrück (Nordrhein-Westfalen) unterhält die
paragon GmbH & Co. KGaA bzw. deren Tochtergesellschaften Standorte in Suhl
(Thüringen), Landsberg am Lech und Nürnberg (Bayern), St. Georgen
(Baden-Württemberg), Limbach (Saarland) sowie in Kunshan (China), Detroit
(USA), Bengaluru (Indien) und Oroslavje (Kroatien).
Mehr Informationen zu paragon finden Sie unter www.paragon.ag.
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