Japans Wirtschaftsleistung geht nicht so stark zurück wie zunächst angenommen
TOKIO (dpa-AFX) - Japans Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal nicht so stark abgeschwächt wie zunächst angenommen. Zudem legten die Löhne so stark zu wie seit vielen Jahren nicht mehr und auch die Bankkredite ziehen weiter kräftig an. Alles in allem untermauern die am Dienstag veröffentlichten Daten die Erwartungen der Experten, dass die japanische Notenbank ihre Zinsen weiter anhebt.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zog in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorquartal auf das Jahr endgültigen Daten zufolge um 1,4 Prozent an. Dies teilte die japanische Regierung am Dienstag in Tokio auf Basis einer zweiten Schätzung mit. Mitte August hatten die Statistiker auf Basis der ersten Schätzung ein Plus von 1,1 Prozent gemeldet.
Die Aufwärtsrevision blieb allerdings hinter den Erwartungen der Experten zurück. Die von Bloomberg befragten Volkswirte hatten mit einem revidierten Wachstum von 1,8 Prozent gerechnet. Mit den aktualisierten Daten fällt der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal nicht ganz so stark aus, wie zunächst angenommen.
Zum Jahresauftakt war die Wirtschaft noch um 1,9 Prozent gewachsen. Ende vergangenen Jahres hatte die Wachstumsrate bei 1,1 Prozent gelegen. Der Grund für das nach oben revidierte Wachstum im zweiten Quartal ist vor allem ein deutlich geringerer Rückgang der Investitionen als zunächst angenommen.
Die Daten zum Wirtschaftswachstum stützen nach Einschätzung von Experten die Erwartung, dass die japanische Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung am 18. September ihre Zinsen anheben wird und dies gegebenenfalls im Dezember noch einmal tut.
Weitere am Dienstag veröffentlichte Daten geben den Erwartungen für eine Zinsanhebung durch die japanische Notenbank weiteres Futter. So stiegen die Löhne so stark wie seit 1997 nicht mehr. Zudem lag die Wachstumsrate der Bankkredite zum fünften Mal in Folge über der Marke von fünf Prozent./zb/stk