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KfW-Studie: Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche
Wachstumssteigerung
Frankfurt am Main (ots) -
- Dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als einem Prozent pro Jahr erreichbar -
zuletzt lag es nur leicht über null
- Deutschland soll bis 2035 global wieder einer der führenden Technologie- und
Innovationsstandorte werden
- Für neue Dynamik beim Produktivitätswachstum - KI-Anwendungsland Nummer eins
in Industrie und Mittelstand
- KfW-Chef Stefan Wintels: "Neue Wachstumsformel - Mittelstand, Start-ups,
Kapital besser zusammenbringen"
Deutschland hat trotz jahrelanger Stagnation realistische Chancen auf dauerhaft
deutlich mehr Wachstum. Die neue Chancen-Studie von KfW Research "Standort
Zukunft. Wie Deutschland zu neuer Stärke und Wachstum findet" kommt zu dem
Ergebnis, dass im kommenden Jahrzehnt ein Potenzialwachstum von mehr als einem
Prozent jährlich erreichbar ist. Dieses Wachstum ist seit 2015 von knapp zwei
Prozent auf nur noch leicht über null gefallen. Voraussetzung für einen
nachhaltigen Umschwung ist, dass Deutschland gezielt die drei zentralen
Wachstumskräfte Arbeit, Kapital und Produktivität stärkt.
Der wichtigste Hebel liegt dabei in einer neuen Dynamik beim
Produktivitätswachstum, betont ein aus der Studie abgeleitetes
Zwölf-Punkte-Papier. Der KfW-Vorstandvorsitzende Stefan Wintels und
KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher stellten Papier und Studie heute in
Frankfurt vor. Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung müssen schneller
und breiter in Unternehmen genutzt, digitale Innovationsprojekte leichter
finanzierbar und neue Technologien rascher in Mittelstand und Großindustrie
skaliert werden.
Stefan Wintels: "Deutschland braucht kein ökonomisches Wunder, sondern eine
überzeugende Strategie für dauerhaftes Wachstum." Der aktuelle Aufschwung sei
eine gute Gelegenheit, alles dafür zu tun, um Wachstum nachhaltig zu
verstetigen. "Wir müssen kurzfristig nicht KI-Weltmeister bei der Entwicklung
von Modellen werden, sondern KI-Anwendungsland Nummer eins in Industrie und
Mittelstand. Produktivität entsteht vor allem durch Anwendung im Alltag. Bringen
wir zudem Mittelstand, Start-ups und Kapital besser zusammen, dann entsteht eine
neue Wachstumsformel für Deutschland."
Das Zwölf-Punkte-Papier verdichtet diese Analyse und benennt zentrale Hebel, um
Deutschland aus einer strukturellen Wachstumsschwäche in eine positive
wirtschaftliche Dynamik zu überführen. Wachstum entsteht dabei durch das
Zusammenspiel mehrerer Dimensionen: bessere Rahmenbedingungen für private und
öffentliche Investitionen, eine wettbewerbsfähige Energieversorgung, die
Sicherung von Fach- und Arbeitskräften, ein innovationsfreundlicheres Umfeld
sowie eine stärkere europäische und internationale Einbettung der deutschen
Wirtschaft.
"Unser Standort hat Zukunft, denn Deutschland verfügt über Stärken, um die uns
viele Länder beneiden", sagte Wintels. Er nannte ein robustes wirtschaftliches
Fundament, einen leistungsfähigen Mittelstand, qualifizierte Beschäftigte,
starke Forschungseinrichtungen und eine beachtliche Fähigkeit zur Anpassung.
Eine Reform des deutschen Innovationssystems und eine verstärkte Digitalisierung
in der Breite seien zentrale Stellschrauben. "Wir brauchen das Comeback des zum
Erliegen gekommenen Produktivitätswachstums. Im Ergebnis muss unsere Ambition
sein, Deutschland bis 2035 global wieder zu einem der führenden Technologie- und
Innovationsstandorte zu entwickeln."
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher warb für intelligente und wirksamere
Regulierung - und den Abbau von Bürokratie: "Jede neue Regel sollte darauf
geprüft werden, ob sie ihren Zweck erreicht, wie hoch ihre Folgekosten sind und
ob sie unternehmerische Initiative unnötig einschränkt. Eine schlanke Verwaltung
ist kein Nebenaspekt, sondern ein harter Standortfaktor. Gezielte
Reformanstrengungen führen zur nachhaltigen Wiederbelebung des Wachstums und
Wiedererlangung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit."
Dazu gehört auch, mehr Kapitalmarkt zu wagen: Eigen-, Risiko- und
Wachstumskapital müssen leichter für Innovation, Skalierung und produktive
Investitionen verfügbar werden. Eine operative Brücke für diese
Kapitalmobilisierung bildet der Deutschlandfonds, der Ende 2025 an den Start
gegangen ist und den die KfW im Auftrag der Bundesregierung umsetzt: Er
adressiert Investitionsblockaden, ermöglicht Risikoübernahmen und mobilisiert
privates Kapital. Durch den Deutschlandfonds sollen über öffentliche Mittel und
Garantien in Höhe von rund 30 Milliarden Euro in den kommenden Jahren etwa 130
Milliarden Euro Investitionen in die deutsche Wirtschaft fließen.
Das Zwölf-Punkte-Papier und die Studie sind abrufbar unter: "Standort Zukunft.
Wie Deutschland zu neuer Stärke und Wachstum findet"
(https://www.kfw.de/s/dekCBn90)
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