Landesinnenminister: Sabotage hätte regionalen Blackout auslösen können
DRESDEN (dpa-AFX) - Die an Hochspannungsleitungen in Sachsen gefunden Sprengvorrichtungen hätten laut Innenminister Armin Schuster zu regionalen Stromausfällen führen können. Wenn der Täter erfolgreich gewesen wäre, hätte die Dimension regionale Blackout-Qualitäten erreichen können, sagte der CDU-Politiker in Dresden. "Das wäre schon möglich gewesen."
Mehrere Sprengvorrichtungen gezündet, aber kein Schaden
In Ostsachsen hatte die Polizei am Freitag und Samstag insgesamt 21 pyrotechnische Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt. Diese waren laut Schuster so angelegt, dass sie einen Draht über die Hochspannungskabel ziehen konnten, um dadurch Kurzschlüsse zu erzeugen. Einige der Vorrichtungen waren demnach bereits gezündet. Es sei aber außer etwas verbranntem Gras kein nennenswerter Schaden entstanden.
Weitere Sprengvorrichtungen wurden in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg entdeckt. In zwei Fällen erfüllten diese ihren Zweck: In Bergheim westlich von Köln legte ein Kurzschluss mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahm. Im Brandenburger Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde kam es zu zwei Kurzschlüssen. Zu Stromausfällen kam es in beiden Fällen aber nicht.
48-Jähriger bei Aachen festgenommen
Den mutmaßlichen Täter nahm die nordrhein-westfälische Polizei am Morgen in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen fest. Nach dem Mann war mit einem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Cottbus gesucht worden. Er leistete laut Polizei bei seiner Festnahme keinen Widerstand und hatte weitere Sprengmittel bei sich./jbl/DP/stw