MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Industriedienstleister Bilfinger
So rechnet der Industriedienstleister im laufenden Jahr nun mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte Bilfinger 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro erwartet. Die Marge auf das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Ebita) sieht das Management jetzt bei 3,2 bis 3,6 Prozent. Darin enthalten sind Einmalkosten für das geplante Sparprogramm. Ohne diese dürfte die Marge bei 4,6 bis 5,0 Prozent liegen.
Bilfinger war bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August vorsichtiger geworden und hatte nur noch das untere Ende von 5,8 bis 6,2 Prozent in Aussicht gestellt. Von Bloomberg befragte Analysten hatten zuletzt lediglich mit noch 5,65 Prozent gerechnet. Auch die Prognose für den freien Mittelzufluss senkte das Unternehmen.
Die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr sei normalerweise saisonal von einer starken Dynamik geprägt, so Bilfinger. Im laufenden dritten Quartal zeige sich jedoch eine erheblich zunehmende Zurückhaltung der Kunden, die sich sowohl bei der Vergabe von Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen bemerkbar mache.
Der Konzern will nun mit einem Sparprogramm gegensteuern. Im Zentrum der Maßnahmen stünden die weitere Bündelung von Ressourcen, die Anpassung von Kapazitäten an veränderte Marktbedingungen sowie der Aufbau einer globalen Shared-Services-Organisation. Diese Maßnahmen seien bereits Teil der Strategie von Bilfinger und würden jetzt vorgezogen. Weltweit könnten davon bis zu 1.500 Stellen betroffen sein. Alle Schritte würden eng mit den Sozialpartnern abgestimmt.
Das Programm soll sich ab 2027 positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Ab 2028 will Bilfinger jährlich 75 Millionen Euro einsparen. Für die Umsetzung werde der Konzern im vierten Quartal Rückstellungen von rund 75 Millionen Euro bilden. Die Mittelfristziele bestätigte Bilfinger./nas/zb