Türkische Aktien erholen sich - Gremium will Liquiditätskrise bei Fonds lindern
ISTANBUL (dpa-AFX) - Der türkische Aktienmarkt hat sich nach dem Kursrutsch zur Wochenmitte stabilisiert. Der türkische Leitindex BIST 100 legte am Donnerstag um 1,4 Prozent auf 13.300 Punkte zu, nachdem er am Mittwoch unter Problemen bei der Rücknahme von Fondsanteilen gelitten und zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende März abgesackt war.
Ausgelöst wurde der Kursrutsch durch die Nachricht, dass drei Vermögensverwalter Rücknahmeanträge für einige ihrer Fonds nicht erfüllen konnten. Nun sagte das oberste Koordinationsgremium für systemische Risiken und makroökonomische Stabilität in der Türkei Maßnahmen zur Linderung der Liquiditätskrise zu, was die Anleger beruhigte. Zudem kündigte die türkische Marktaufsichtsbehörde an, einige von Vermögensverwaltern gemanagte Fonds aufzulösen.
Die Turbulenzen an den türkischen Finanzmärkten werfen ein Schlaglicht auf die Risiken der schnell wachsenden Fondsbranche des Landes. Zum Problem wurde, dass einige Fondsmanager große Positionen in relativ illiquiden Aktien aufgebaut hatten. Die Aufsichtsbehörden hatten bereits Ende August die Vorschriften für solche Bestände verschärft und die Fonds gezwungen, übermäßige Positionen abzubauen. Gleichzeitig forderten die Anleger weiterhin die Rückzahlung ihrer Einlagen. Dies zwang die Aufsichtsbehörden erneut zum Handeln, um die angespannte Lage zu entschärfen./la/jha/