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Aktien Wien Schluss: ATX weiter erholt trotz tiefroter RBI

17.09.2026
um 18:17 Uhr

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Donnerstag an ihre Erholung der Wochenmitte angeknüpft. Nach der eher falkenhaft aufgefassten Zinssitzung der US-Notenbank Fed stützte ein weiterer Rückgang der Ölpreise die Kurse. Etwas gebremst wurde der ATX dagegen von der sehr schwachen RBI-Aktie , die ins Visier eines Shortsellers geraten war.

Dennoch entwickelte sich der österreichische Leitindex mit einem Plus von 0,80 Prozent auf 6.865,02 Punkte letztlich kaum schlechter als andere europäische Barometer. Der schwache Wochenstart ist damit beinahe ausgebügelt, wodurch auch das Rekordhoch bei gut 6.914 Zählern wieder in Sichtweite rückt. Der ATX Prime gewann 0,76 Prozent auf 3.366,31 Zähler.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed ihre Zinsspanne wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Zudem fielen Signale zum weiteren Zinspfad restriktiver aus, als vom Markt erwartet. Dass die Leitzinsen erhöht wurden, ist nach Einschätzung der Helaba-Experten positiv zu sehen, denn so demonstrieren die Währungshüter Entschlossenheit und vor allem Unabhängigkeit gegenüber der US-Administration, die stets Druck ausübt und eher Zinssenkungen als Erhöhungen wünscht.

RBI nach Short-Attacke unter Druck

Der Aktienkurs der Raiffeisen Bank International (RBI) sackte um sechs Prozent auf 60,95 Euro ab. Belastet wurden die Titel durch einen kritischen Bericht des Leerverkäufers Grizzly Research. Der Shortseller wirft der RBI vor, über ihre russische Tochter an Russland-Handelsgeschäften im Volumen von 1,19 Milliarden US-Dollar beteiligt gewesen zu sein, deren Güter zum damaligen Zeitpunkt Ein- und Ausfuhrbeschränkungen westlicher Staaten unterlagen. Die RBI wies die Vorwürfe zurück und sprach von "irreführenden und suggestiven Aussagen" sowie mehreren sachlichen Fehlern.

Die Analysten von Bloomberg Intelligence verwiesen mit Blick auf die RBI vor allem auf das regulatorische Risiko: Sollten Behörden wie die US-Sanktionsbehörde OFAC oder die EZB ihre Prüfungen verschärfen, würde dies den "Russland-Abschlag" wiederbeleben, die Marktstimmung belasten und den ohnehin schwierigen Russland-Ausstieg weiter erschweren, berichtete Bloomberg. Zudem haben die Analysten der Erste Group ihre Einstufung für die RBI-Aktien von "Accumulate" auf "Hold" zurückgenommen. Das Kursziel wurde hingegen von 43 auf 70 Euro erhöht.

Erste Group und AT&S gesucht

Dass der ATX dennoch klar zulegen konnte, verdankte er der guten Entwicklung einiger weiterer Schwergewichte. Insbesondere Aktien der Bank Erste Group zogen um 3,6 Prozent an und erholten sich so von den schwächeren Vortagen. Mit Zuwächsen von zwei Prozent waren auch Voestalpine-Anteile wieder stärker gefragt, während Andritz-Papiere nach einem Auftragseingang aus Rumänien 1,4 Prozent gewannen.

Im Technologiebereich schlossen die AT&S-Titel 5,9 Prozent fester. Europaweit standen Aktien mit KI-Bezug wieder in der Anlegergunst. Porr-Aktien fielen um 1,2 Prozent auf 36,55 Euro. Hier haben die Erste-Analysten ihr Kursziel für die Papiere von 45,9 auf 42,0 Euro gekürzt. Das Anlagevotum "Accumulate" für die Titel des Baukonzerns wurde gleichzeitig bestätigt./APA/zb