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Deutsche Anleihen: Kursverluste - Französischer Anleihemarkt stark unter Druck

18.09.2026
um 17:39 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitag nachgegeben. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,39 Prozent auf 120,31 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,53 Prozent. Die zehnjährige Rendite hielt sich unter dem mehrjährigen Hoch, das am Dienstag bei 3,57 Prozent erreicht worden war.

Besonders deutlich stiegen die Renditen erneut in Frankreich. Die französische Zehnjahresrendite liegt mittlerweile mit 4,56 Prozent rund einen Prozentpunkt über der von Deutschland. Sie ist die Höchste in der Eurozone.

Die französische Regierung gab am Donnerstag bekannt, dass sie
ihr Defizitziel deutlich verfehlen werde, und fügte hinzu, dass politisch
schwierige Ausgabenkürzungen notwendig seien, um die Lücke bis 2027 zu schließen. Am Freitag erklärte Finanzminister Roland Lescure in einem Interview
mit Bloomberg Television, das Defizitziel für das nächste Jahr sei "sowohl
ehrgeizig als auch realistisch". Die französische Regierung hat allerdings keine Mehrheit im Parlament. Ausgabenkürzungen dürften also schwierig umzusetzen sein. Frankreich hat zudem die Tankzuschüsse für die Landwirtschaft, das Baugewerbe und Fischer bis Jahresende verlängert.

Dies sorgt auch für Verunsicherung an den Anleihemärkten der anderen Euroländer. Die leicht gesunkenen Rohölpreise stützten die deutschen Anleihen am Freitag nicht. Die seit Mittwoch fallenden Ölpreise haben die Inflationserwartungen ein wenig gedämpft. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, da eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus nicht in Sicht ist.

US-Präsident Donald Trump will laut einem US-Medienbericht am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York am Dienstag Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Iran-Krieg zu sprechen. In dem Gespräch mit dem Portal "Axios" hatte Trump auch eine "große Entscheidung" im festgefahrenen Iran-Krieg angekündigt - ohne dabei zeitlich konkret zu werden.

Verbraucher erwarten wegen des Ölpreisschocks mit dem Iran-Krieg eine anhaltend hohe Inflation im Euroraum. Im Schnitt rechneten die Menschen im August für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank anlässlich einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Mittelfristig rechnen die Verbraucher ebenfalls mit einer erhöhten Inflation. Grund sind kräftig gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Für die Notenbank sind hohe Inflationserwartungen ein Warnsignal. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum an. Experten halten weitere Leitzinserhöhungen für möglich.

Belastet wurden die Anleihen auch durch die in Deutschland im August stärker als erwartet gestiegenen Erzeugerpreise. Die Erzeugerpreise wirken sich in der Regel verzögert auch auf die Verbraucherpreise aus./jsl/nas

LS - Bund

WKN 965264 ISIN DE0009652644