Umfrage: Mehrheit für Rücktritt von Kanzler Merz
BERLIN (dpa-AFX) - Nach den für die CDU desaströsen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin befürwortet einer Umfrage zufolge eine Mehrheit den Rücktritt des Bundeskanzlers aus. 55 Prozent der Befragten finden laut RTL/ntv-"Trendbarometer", dass Friedrich Merz (CDU) von seinem Regierungsamt zurücktreten sollte. 40 Prozent sind für den Verbleib des Kanzlers im Amt.
Besonders groß ist die Zustimmung hierfür unter AfD-Anhängern. 89 Prozent von ihnen sprechen sich für den Rücktritt des Kanzlers aus. Ostdeutsche und Anhänger der Linken stimmen dem mit 68 Prozent beziehungsweise 65 Prozent zu. Niedriger ist die Zahl unter den SPD-Anhängern. 43 Prozent plädieren für den Rücktritt des Bundeskanzlers aus. Die meisten Anhänger hat der Kanzler in den eigenen Reihen. 78 Prozent der Unions-Anhänger lehnen einen Rücktritt ab, nur 21 Prozent befürworten diesen.
Forsa befragte hierzu zwischen dem 17. und 21. September 1.509 Menschen. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 3 Prozentpunkten an.
Sonntagsfrage: Union und AfD unverändert
Die Union verharrt bei der Sonntagsfrage auf ihrem Tief von 20 Prozent, stärkste Kraft ist die AfD mit unveränderten 27 Prozent. Die Grünen verlieren im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommen demnach auf 17 Prozent, wenn am kommenden Sonntag der Bundestag gewählt würde. Dahinter kommen SPD und Linke mit jeweils 12 Prozent. Die FDP erreicht unverändert 4 Prozent, das BSW verharrt bei 3 Prozent.
Zugrunde liegen dem "Trendbarometer" repräsentative Forsa-Befragungen im Auftrag von RTL Deutschland. Forsa befragte dafür zwischen dem 15. und 21. September 2.504 Menschen. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 2,5 Prozentpunkten an.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge./lux/DP/mis