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OECD hebt Konjunkturprognose für deutsche Wirtschaft leicht

23.09.2026
um 10:08 Uhr

PARIS (dpa-AFX) - Die Industriestaatenorganisation OECD geht wieder von einem stärkeren Wirtschaftsaufschwung in Deutschland in diesem Jahr aus. Dem jüngsten Wirtschaftsausblick der Organisation zufolge wird das Wachstum auf 1,1 Prozent prognostiziert - und damit 0,4 Prozentpunkte höher als in ihrer letzten Schätzung im Juni. Für das kommende Jahr rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unverändert mit einem Plus von ebenfalls 1,1 Prozent.

Auch im Euroraum und mit Blick auf die Weltwirtschaft hat die OECD ihre Prognosen für dieses Jahr leicht angehoben. Sie geht von 1,0 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent Zuwachs aus. Für das kommende Jahr ist ihr Ausblick mit ebenfalls 1,0 Prozent und 3,0 Prozent allerdings etwas pessimistischer als noch im Juni.

Unsicherheiten durch Konflikte, Wetter und KI-Zukunft

Trotz der negativen Folgen durch den Konflikt im Mittleren Osten blieb das Wachstum in der ersten Jahreshälfte der OECD zufolge in vielen Ländern robust. Große Ölvorräte, Lieferungen von außerhalb der Golfstaaten und staatliche Unterstützungsmaßnahmen federten die Folgen demnach ab. Der Ausblick hänge dennoch stark davon ab, ob eine dauerhafte Lösung des Konflikts gefunden werde. Zölle und Ausfuhrbegrenzungen seien zusätzliche Unwägbarkeiten.

Entsprechend stellte die OECD klar, dass der Wirtschaftsausblick mit großer Unsicherheit behaftet sei. Sollte sich der Energiemarkt rasch normalisieren, würde das den Druck der Inflation senken und Geschäfte fördern. Erneute Störungen könnten hingegen das Wachstum dämpfen. Auch gebe es wetterbedingte Risiken wie einen starken El Niño, die mit Lieferengpässen und hohen Lebensmittelkosten einhergehen könnten. Zudem könnte das Wachstum gebremst werden, sollten sich Investitionen in Künstliche Intelligenz nicht wie erwartet auszahlen.

Die in Paris ansässige OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile Mitglied. Insgesamt gehören 38 Staaten der OECD an. Die Fachleute der Organisation erarbeiten unter anderem regelmäßig Konjunkturprognosen und sind für den weltweit größten Schulleistungstest Pisa verantwortlich./rbo/DP/stk