Wadephul stellt Bedingungen für Folgetreffen mit Russland
DEN HAAG (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hält weitere Treffen mit Russland nach dem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow nur unter Bedingungen für sinnvoll. "Folgetreffen machen nur dann Sinn, wenn Russland ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in Den Haag auf die Frage, ob es weitere Gespräche, etwa von Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, geben solle.
"Die Reaktion, die ich jetzt öffentlich von Herrn Lawrow gehört habe, zeigt ja zum jetzigen Zeitpunkt keine ernsthafte Gesprächsbereitschaft", sagte Wadephul. Alle, die immer wieder gefordert hätten, man müsse endlich mit Russland direkte Gespräche führen, sähen nun, "dass auch direkte Gespräche dann nichts bringen, wenn der Gesprächspartner auf einer fundamentalen Position der weiteren Kriegsführung beharrt". Er fügte hinzu: "Solange das der Fall ist, glaube ich, brauchen wir das Gespräch nicht fortsetzen."
Wadephul: Europa muss Platz am Verhandlungstisch haben
Der Bundesaußenminister betonte aber auch: "Wenn Russland zu vernünftigen Gesprächen bereit ist, dann müssen die geführt werden." Klar sei, dass dann Europa dabei sein müsse. "Man kann nicht Lösungen für Europa ohne Europa besprechen." Er habe im Gespräch mit Lawrow auch deutlich machen wollen, "dass wir Europäer irgendwann dort auch einen Platz an dem Verhandlungstisch bekommen müssen". Über die Zukunft der Ukraine müssten aber die Ukrainerinnen und Ukrainer sprechen.
Wadephul forderte, den internationalen Druck auf Russland weiter zu erhöhen, damit Moskau zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei. Der Krieg werde auf dem Verhandlungsweg enden, "Russlands Unterwerfungsversuch ist gescheitert", sagte er. Das Gespräch mit Lawrow habe aber "leider gezeigt, dass wir auf die entsprechende Einsicht noch weiter warten müssen". Auch Berendsen sagte: "Russland muss an den Verhandlungstisch kommen. Unsere Strategie lautet: mehr Druck auf Russland."
Wadephul hatte sich am Samstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York gut 20 Minuten lang mit Lawrow getroffen. Dieser hatte sich im Anschluss abschätzig über die Unterredung geäußert und erklärt, sie habe nichts Neues erbracht./bk/ab/DP/jha