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Wadephul optimistisch zu rascher EU-Perspektive Montenegros

01.10.2026
um 11:28 Uhr

BUDVA (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat sich grundsätzlich optimistisch zu einem baldigen Abschluss des EU-Beitrittsverfahrens von Montenegro geäußert. 20 Jahre nach seiner Unabhängigkeit klopfe das Land an die Tür der Europäischen Union, sagte der CDU-Politiker bei Beratungen mit Kolleginnen und Kollegen im sogenannten "Berlin Prozess" im Zusammenhang mit der geplanten EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan. Er fügte hinzu: "Glauben Sie mir: Dieses Klopfen ist in Brüssel und in allen europäischen Hauptstädten zu hören."

"Wer bereit und in der Lage ist, der Europäischen Union beizutreten und die Kriterien zu erfüllen, kann in den kommenden Jahren Erfolg haben", sagte Wadephul bei dem Treffen in der montenegrinischen Küstenstadt Budva. Bereits beim Abflug zu der Konferenz hatte er mehr Tempo beim Beitrittsprozess verlangt. Die EU-Erweiterung in der Region sei für Europas Sicherheit und Zukunft entscheidend. Nur wenn man den Westbalkanstaaten eine glaubwürdige EU-Perspektive biete und sie enger an sich binde, sichere man sich dauerhaft geopolitischen Spielraum. Russland und China versuchen seit langem, ihren Einfluss in der Westbalkanregion auszubauen.

EU-Erweiterungskommissarin: Montenegro auf der Zielgeraden

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte, Montenegro befinde sich eindeutig auf der Zielgeraden zum Abschluss der Beitrittsverhandlungen. Die Entwicklung in dem Land habe eine neue Dynamik für die Erweiterung im gesamten Westbalkanraum ausgelöst. Auch Albanien sei Teil dieser neuen Dynamik, das Land komme auf dem Reformweg sehr gut voran.

Der montenegrinische Außenminister Ervin Ibrahimovic hob hervor, der Westbalkan leiste durch die Ausrichtung an der Außen- und Sicherheitspolitik der EU und durch die Beteiligung an europäischen und euroatlantischen Strukturen bereits einen Beitrag zur europäischen Sicherheit.

Zu den EU-Kandidatenländern auf dem Westbalkan zählen Montenegro, Albanien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien. Das Kosovo ist potenzieller Beitrittskandidat. Alle sechs Länder streben den EU-Beitritt an, befinden sich dabei aber in unterschiedlichen Phasen.

Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist nach der jüngsten Analyse der EU-Kommission Montenegro. Dem Land mit nur rund 620.000 Einwohnern wurde zuletzt bescheinigt, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu können, wenn es das Reformtempo beibehält. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Anfang Juni gesagt, es sei in Reichweite, dass Montenegro bis 2028 der 28. EU-Mitgliedstaat werde./bk/DP/jha