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WOCHENAUSBLICK: Es bleibt schwierig für den Dax - 25.000 Punkte im Fokus

02.10.2026
um 15:50 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte sich in der neuen Woche weiter in einem schwierigen Fahrwasser bewegen. Im Fokus bleibe die Marke von 25.000 Punkten, schreibt Timo Emden, Chefmarktanalyst beim Online-Broker CapTrader. Je länger der deutsche Leitindex um diese pendele, desto wichtiger werde sie für die Anleger. Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht gab dem Dax zuletzt einen moderat positiven Impuls. Die Daten sollten nach Einschätzung der Landesbank Helaba die Erwartungen an steigende US-Leitzinsen etwas dämpfen.

"Für Kopfzerbrechen dürfte weiterhin die Entwicklung der Anleihemärkte dies- und jenseits des Atlantiks sorgen", sagte Emden. Der Ölpreis und die Anleiherenditen seien derzeit die entscheidenden Faktoren für die Börsen.

Aktienstratege Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg sieht in steigenden Anleiherenditen nicht per se eine Belastung für Dividendenpapiere. Denn meistens spiegelten sie eine Konjunkturaufhellung und damit bessere Gewinnaussichten der Unternehmen wider. Der marktbreite US-Aktienindex S&P 500 habe in dieser Konstellation sogar häufig überdurchschnittlich zugelegt.

"Dies galt jedoch nur dann, wenn die Rendite zehnjähriger US-Treasuries unterhalb von 5 Prozent lag, was inzwischen nicht mehr der Fall ist", konkretisierte Experte Streich. "Überstieg sie dieses Niveau, ging der US-Markt zwar nicht gleich zwingend in die Knie, entwickelte sich jedoch nur noch unterdurchschnittlich." In den vergangenen Tagen ist die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit deutlich über die 5-Prozent-Marke geklettert, hat sich zuletzt aber stabilisiert.

Auch in Europa beschäftigt der Höhenflug der Anleiherenditen die Investoren, wie es im Wochenausblick der DZ Bank heißt. Dieser habe die großen Aktienindizes weltweit belastet, wobei sich der Nasdaq 100 als deutlich widerstandsfähiger gezeigt habe. Das technologielastige Börsenbarometer profitiert besonders deutlich vom Megathema Künstliche Intelligenz (KI). Dessen Boom hält Marktbeobachtern zufolge trotz temporärer Rückschläge an.

In den vergangenen Wochen hatten eigenständige Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz Sorgen wegen möglicher Risiken der Technologie geschürt. Ein baldiger Börsengang von Anthropic könnte allerdings wieder für positive Impulse sorgen.

Der Anbieter der KI-Software Claude wolle ab dem 9. November formell bei Investoren für die Aktien werben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Damit könnte der Handel mit den Anthropic-Aktien noch vor dem US-Feiertag Thanksgiving am 26. November beginnen. Der Konkurrent und ChatGPT-Entwickler OpenAI hatte Mitte September erklärt, dass sein Börsengang nicht mehr in diesem Jahr über die Bühne gehen werde.

Für die neue Woche sieht die Unternehmensagenda noch übersichtlich aus. Am Dienstag könnte eine Anlegerveranstaltung von Marvell Technology den KI-Optimisten neues Futter liefern. Der Aktienkurs des Halbleiterentwicklers hat sich seit Jahresbeginn schon mehr als verdreifacht. Am Donnerstag legt der weltgrößte Halbleiter-Auftragsfertiger TSMC Umsatzzahlen für die ersten neun Monate vor.

Auf den KI-Börsenzug wollen zunehmend auch Unternehmen aus traditionelleren Branchen aufspringen - wie etwa die Deutsche Telekom mit ihrem für Montag geplanten KI-Investorentag. Beim Kapitalmarkttag der krisengeplagten VW-Sportwagentochter Porsche AG am Mittwoch dürften dagegen ganz andere Themen im Fokus stehen./gl/jkr/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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