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Pressestimme: 'Die Tagespost' zu Frankfurter Buchmesse

07.10.2026
um 05:35 Uhr

WÜRZBURG (dpa-AFX) - "Die Tagespost" zu Frankfurter Buchmesse:

"Lesen ist eine Kulturtechnik. Eine, ohne die sich das immer komplexer werdende Leben weder verstehen, geschweige denn bewältigen lässt. Aber Lesen ist auch Widerstand. Widerstand gegen die Zumutungen und Übergriffigkeiten des digitalen Zeitalters, gegen seine Aufmerksamkeitsökonomie, gegen den Terror seiner Algorithmen. Richtig praktiziert, ist Lesen kein bloßer Konsum fremder Ideen, sondern ein stiller Dialog mit der Welt, der der anderen wie der eigenen. Lesen erfordert Zeit und Stille. Und damit das, was in der digitalen Welt Mangelware ist. Wer liest, sorgt dafür, dass auf die Explosion der Daten keine Implosion des Geistes folgt. Lesen entschleunigt. Lesen erfordert Konzentration. Und Konzentration bedeutet im digitalen Zeitalter Freiheit. Lesen ist die Verteidigung des Selbst gegen die Verrohung und Verdummung, die der schier endlose Daten-Tsunami im Gepäck führt. Der Mensch des digitalen Zeitalters wird entweder ein Lesender sein oder er wird nicht mehr sein."/yyzz/DP/nas