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ROUNDUP: IWF rechnet mit anhaltend hohen Energiepreisen

07.10.2026
um 14:37 Uhr

SINGAPUR (dpa-AFX) - Die hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs werden nach Aussage von IWF-Chefin Kristalina Georgiewa noch einige Zeit bestehen bleiben. "Der Preisdruck könnte sich weiter verstärken, da die Nachfrage mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel steigt und die Länder ihre Reserven wieder auffüllen", warnte Georgiewa laut Redemanuskript in Singapur. Selbst wenn der Konflikt bald ende, dürften die Preise bis 2027 hoch bleiben, sagte sie vor der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, die kommende Woche in Bangkok beginnt.

Der Schock bei den Energiepreisen habe zwar unter anderem dank Energieeffizienz, Diversifizierung von Brennstoffquellen und Freigabe von Reserven abgefedert werden können. Zugleich trieben die herausfordernde Situation bei der Energieversorgung und der Boom rund um Künstliche Intelligenz die Preise an, warnte der IWF weiter. Mittlerweile machten KI-Hardware und ähnliche Produkte schätzungsweise mehr als ein Zehntel des weltweiten Warenhandels aus - mit steigender Tendenz, hieß es.

Georgiewa: Straffere Geldpolitik könnte nun angebracht sein

Zölle, Verteidigungsausgaben und eine hohe Staatsverschuldung könnten zusätzlich die Teuerungsrate anheizen. "Jetzt könnte in vielen Ländern ein umsichtig restriktiverer Ansatz in der Geldpolitik angebracht sein", sagte Georgiewa.

Sie lobte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan, bereits ihre Leitzinsen angehoben zu haben. Mitte September hatte die Fed erstmals seit Sommer 2023 wieder den Leitzins angehoben. Dieser steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Die EZB hatte den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent angehoben.

Höhere Leitzinsen verschärfen aber Zinsen der Staatsverschuldung

Zugleich bemängelte Georgiewa die bisherige Finanzpolitik einiger Industrieländer. Höhere Leitzinsen ließen die kurzfristigen Zinsen steigen und verteuerten damit die Schulden. Trotz weltweit ausufernder Staatsverschuldung sehe sie "in den hoch verschuldeten Industrieländern keine entschlossenen Maßnahmen, obwohl dringend glaubwürdige mittelfristige Haushaltskonsolidierungspläne benötigt werden". Regierungen dürften zudem verabschiedete Maßnahmen und Haushaltskonsolidierungen nicht länger aufschieben, mahnte die IWF-Chefin.

Kommende Woche erscheinen neue Konjunkturprognosen

Wie die Weltwirtschaft sich weiter entwickelt und wo es Probleme geben könnte, dazu will sich der IWF kommende Woche Dienstag ausführlicher äußern. An diesem Tag legt der Fonds seine neue Konjunkturprognose vor.

Der IWF hatte im Juli für das laufende Jahr ein globales Wachstum von 3,0 Prozent vorhergesagt, für 2027 wird ein Anstieg von 3,4 Prozent erwartet. Für Deutschland rechnet der IWF in diesem Jahr mit einem Plus von 0,7 Prozent, 2027 dürfte die Wirtschaft dann um 1,0 Prozent wachsen./ngu/DP/nas