FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Donnerstag kaum verändert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Weiterhin steht der französische Anleihemarkt im Blick der Märkte. Hier beruhigte sich die Lage etwas. Finanzminister Roland Lescure zeigte sich in einem Gespräch mit BBC zuversichtlich, dass der Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet werde. Das Defizit müsse verringert werden.
Die französische Regierung strebt dabei für das kommende Jahr eine Marke von fünf Prozent an. "Das öffentliche Defizit ist alarmierend, und deshalb müssen wir jetzt handeln", sagte Lescure. Frankreich habe derzeit aber kein Problem, Käufer für seine Anleihen zu finden. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen lag zuletzt wenig verändert bei 4,86 Prozent. Sorgen um die Schuldentragfähigkeit und die politische Stabilität wirkten sich zuletzt auch auf andere Eurostaaten aus. Am Donnerstag entspannte sich die Lage etwas.
Merklich gesunken sind die Renditen am italienischen Anleihemarkt. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat das umstrittene neue Wahlrecht erfolgreich durch das Parlament gebracht und damit die Zukunft ihrer Regierung gesichert. Durch das neue Wahlrecht soll die Bildung stabiler Regierungen erleichtert werden. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen sank deutlicher als in anderen Ländern der Eurozone und fiel auf 4,58 Prozent.
Zunächst hatten noch die deutlich gestiegenen Rohölpreise die Kurse deutscher Anleihen belastet. Ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran noch vor den Zwischenwahlen in den USA trieb die Preise nach oben. Inflationssorgen wurden so wieder angeheizt. Dies schürt die Erwartung weiterer Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Kurse deutscher Bundesanleihen erholten sich jedoch im Tagesverlauf./jsl/he