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OTS: DHL Group / Technologie schlägt Zölle: Welthandel wächst schneller - ...

08.10.2026
um 17:29 Uhr

Technologie schlägt Zölle: Welthandel wächst schneller -
Globalisierung erreicht neuen Rekordwert
Bonn/New York (ots) -

- Der KI-Boom hat sich zu einem starken Treiber des weltweiten Handels
entwickelt - sein positiver Effekt wiegt laut dem aktuellen DHL Globalization
Tracker die Belastungen durch Zölle und geopolitische Schocks mehr als auf
- Die Handelsaussichten haben sich verbessert - das Wachstum bis 2029 übertrifft
laut neuer Prognose das des vergangenen Jahrzehnts
- Die Region Ostasien und Pazifik verzeichnete in den ersten fünf Monaten 2026
das stärkste Handelswachstum, gefolgt von Europa und Subsahara-Afrika
- Die Beziehungen zwischen den USA und China haben sich deutlich abgeschwächt,
aber die Verbündeten der USA schlagen nicht denselben Kurs ein
- Die Globalisierung hat mit 25,8% einen Rekordwert erreicht

Das globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz
verleiht dem Welthandel starken Schwung - auch in Zeiten höherer Zölle und
geopolitischer Konflikte.

Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Ausgabe des DHL Globalization Tracker, den
DHL und die Stern School of Business der New York University heute
veröffentlicht haben. Der Bericht untersucht internationale Ströme von Handel,
Kapital, Information und Personen. Er basiert auf mehr als 30 Millionen
Datenpunkten und bietet die umfassendste verfügbare Analyse zum Stand der
Globalisierung. In der vorliegenden Ausgabe erscheint der Bericht erstmals unter
neuem Namen. Zuvor hatte er "DHL Global Connectedness Tracker" geheißen.

KI-Ausbau treibt Welthandel an

Der weltweite Warenhandel ist im ersten Halbjahr 2026 laut dem Bericht schneller
gewachsen als in jedem anderen Halbjahr der vergangenen 15 Jahre - mit Ausnahme
der außergewöhnlich volatilen Covid-19-Zeit. Ein wichtiger Treiber war die
starke Nachfrage nach Gütern für den Aufbau von KI-Infrastruktur - etwa
Halbleiter und Technik für Datenübertragung. Der Handel mit solchen Gütern trug
im Jahr 2025 zu 42% des Wachstums im Warenhandel bei. Im ersten Quartal 2026
waren es laut Analysen von WTO und OECD sogar 76%.

"Das derzeit größte Thema im globalen Handel ist KI - nicht Zölle", sagte John
Pearson, CEO von DHL Express. "Jede KI-Abfrage gründet letztlich auf Logistik:
Chips, Netzwerktechnik und die vielen anderen Güter hinter dieser Technologie
müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. DHL verbindet die Unternehmen
und Märkte in diesen komplexen Lieferketten. Wann immer Innovation neue
Handelsströme hervorbringt, sorgt unser globales Netzwerk dafür, dass sie in
Bewegung bleiben."

Weltweite Auswirkungen des Iran-Kriegs und der Zölle bleiben begrenzt

Gleichzeitig haben der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus
wichtige Handelsrouten beeinträchtigt. Die Folgen konzentrierten sich jedoch vor
allem auf Volkswirtschaften, die von der Meerenge abhängig sind. So sank der
Wert des Handels in Saudi-Arabien in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 37%. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ging er um 7%
zurück.

Auch die Handelspolitik sorgte für Gegenwind. US-Zölle erreichten den höchsten
Stand seit Jahrzehnten. Ihre globalen Auswirkungen blieben jedoch begrenzt.
Einer der Gründe: Auf die USA entfielen in den vergangenen Jahren nur 13% der
weltweiten Importe, und rund die Hälfte dieser Importe war - Stand August 2026 -
von den Zollerhöhungen ausgenommen. Zudem verzichteten die meisten Länder auf
umfassende Vergeltungsmaßnahmen. Viele verstärkten stattdessen ihre Bemühungen,
sich durch neue Handelsabkommen Zugang zu alternativen Märkten zu sichern.

Bessere Handelsaussichten trotz jüngster Schocks

Laut aktueller Prognose soll der weltweite Warenhandel bis 2029 um
durchschnittlich 3,4% pro Jahr wachsen. Das wäre deutlich schneller als die 2,7%
im vergangenen Jahrzehnt.

"Überraschend ist nicht nur, dass der Welthandel trotz neuer Zölle und des
Iran-Kriegs weiter gewachsen ist", sagte Prof. Steven A. Altman, Leiter der DHL
Initiative on Globalization am Center for the Future of Management der NYU
Stern. "Die Aussichten sind heute sogar besser als vor diesen Schocks. Das
verdeutlicht, dass die Widerstandsfähigkeit des Welthandels auf tieferen
Fundamenten beruht. Der KI-Boom ist ein Beispiel dafür, dass technologischer
Fortschritt oft eine länderübergreifende Kooperation von Spezialisten erfordert.
Gleichzeitig zeigt der KI-Boom, wie flexibel Unternehmen sich immer wieder
anpassen, um den Handel am Laufen zu halten - trotz Krisen und politischer
Umbrüche."

Region Ostasien und Pazifik mit stärkstem Handelswachstum

Von allen Regionen erzielte Ostasien und Pazifik das stärkste Handelswachstum.
Der Wert des Handels der Region stieg in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um 24%. Europa folgte mit 12% und Subsahara-Afrika mit
11%.

Die Region Ostasien und Pazifik verzeichnete aber nicht nur das stärkste
Wachstum. Ein größerer Anteil des Handels blieb auch innerhalb dieser Region.
Dieser Anteil lag in den ersten fünf Monaten 2026 bei 60% - nach 57% im
Gesamtjahr 2025. Zum Anstieg trugen starke asiatische Lieferketten bei, die für
den KI-Boom wichtig sind.

Deutliche Entkopplung zwischen den USA und China - aber keine globale Spaltung

Eine der markantesten Veränderungen bei den internationalen Strömen ist die
Entkoppelung zwischen den USA und China. Die globalen Auswirkungen sind jedoch
überraschend gering. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2015 machte der Handel zwischen
beiden Ländern 3,5% des Welthandels aus. In den ersten fünf Monaten 2026 waren
es nur noch 1,6%. Noch geringer ist der Anteil der internationalen
Unternehmensinvestitionen zwischen beiden Ländern: unter 1%.

Gleichzeitig haben enge Verbündete der USA ihre Beziehungen zu China weitgehend
aufrechterhalten.

Diese Ergebnisse sprechen gegen die verbreitete Annahme, dass die Entkopplung
zwischen den USA und China zu einer Teilung der Weltwirtschaft in rivalisierende
Blöcke führen könnte.

Bei genauerer Betrachtung wird außerdem deutlich: Die Zahlen zum direkten Handel
stellen die Abhängigkeit der USA von China nicht aussagekräftig genug dar. Denn
Waren, die die USA aus anderen Ländern importieren, enthalten zunehmend
chinesische Materialien und Komponenten. Berücksichtigt man auch diese
indirekten Importe, ist die Abhängigkeit der USA von China bis 2024 nur leicht
gesunken. Für spätere Jahre liegen noch keine Daten vor.

Globalisierung erreicht neuen Rekord

Der Bericht analysiert auch den Stand der Globalisierung im weiteren Sinne - auf
Grundlage internationaler Ströme von Handel, Kapital, Information und Personen.
Die Skala für den Grad der Globalisierung reicht von 0% (keine
grenzüberschreitenden Ströme) bis 100% (Grenzen und Entfernungen spielen keine
Rolle).

2025 stieg der Globalisierungsgrad der Welt mit 25,8% auf einen neuen
Rekordwert. Der Handel mit Gütern für KI-Infrastruktur und KI-bezogene
Investitionen spielten auch hier eine Rolle.

Alle vier Kategorien von Strömen trugen zum neuen Rekord bei und wurden
internationaler. Am stärksten globalisiert sind nach wie vor Informationsströme.
Es folgen Kapital- und Handelsströme. Personenströme bleiben am wenigsten
globalisiert.

Der DHL Globalization Tracker

Der DHL Globalization Tracker ist ein kompakter Bericht mit interaktiver Website
zum Stand der Globalisierung und des Welthandels. Mit regelmäßigen Updates
ergänzt er den renommierten DHL Globalization Report, der seit 2011 regelmäßig
erscheint. Der Tracker basiert auf über 25 öffentlichen, privaten und
wissenschaftlichen Quellen und analysiert mehr als 30 Millionen Datenpunkte zu
internationalen Handels-, Kapital-, Informations- und Personenströmen.

Mit interaktiven Online-Diagrammen können Nutzerinnen und Nutzer Trends nach
Region, geopolitischer Ausrichtung und für einzelne Länder erkunden. Diagramme
und Daten lassen sich außerdem herunterladen.

Der DHL Globalization Tracker wird von DHL in Auftrag gegeben. Erstellt wird er
von Prof. Steven A. Altman und Caroline R. Bastian von der New York University
Stern School of Business. Der Bericht sowie weitere Materialien sind verfügbar
unter http://www.dhl.com/globalization .

Hinweis: Der DHL Globalization Tracker und der DHL Globalization Report hießen
zuvor "DHL Global Connectedness Tracker" und "DHL Global Connectedness Report".
Die neuen Namen bringen den Forschungsschwerpunkt direkter zum Ausdruck. Umfang
und Herangehensweise bleiben unverändert. Die Vergleichbarkeit mit früheren
Ausgaben ist damit gewährleistet.

*****

Auf einen Blick: Die neue Ausgabe des DHL Globalization Tracker (Oktober 2026)

Was ist die wichtigste Erkenntnis des Berichts?

Der weltweite Boom der künstlichen Intelligenz verleiht dem Welthandel kräftigen
Schwung - trotz höherer Zölle und geopolitischer Konflikte. Der globale
Warenhandel wuchs im ersten Halbjahr 2026 schneller als in jedem anderen
Halbjahr der vergangenen 15 Jahre - mit Ausnahme der außergewöhnlich volatilen
Covid-19-Zeit.

Über den Handel hinaus untersucht der Bericht auch den Stand der Globalisierung
im weiteren Sinne - auf Grundlage internationaler Ströme von Handel, Kapital,
Information und Personen. 2025 erreichte die Globalisierung mit 25,8% einen
Rekordwert. Gemessen wird dies auf einer Skala von 0% (keine
grenzüberschreitenden Ströme) bis 100% (Grenzen und Entfernungen spielen keine
Rolle). Alle vier Kategorien von Strömen trugen zum Rekord bei und wurden
internationaler.

Wie sind die Aussichten für den Welthandel?

Die Aussichten haben sich verbessert. Laut aktueller Prognose wächst der globale
Warenhandel bis 2029 um durchschnittlich 3,4% pro Jahr. Das wäre deutlich
schneller als die 2,7% pro Jahr im vergangenen Jahrzehnt. Besonders
bemerkenswert: Die neue Prognose ist optimistischer als jene vor den
US-Zollerhöhungen 2025 und 2026 sowie vor dem Iran-Krieg. Das deutet darauf hin,
dass die jüngsten Schocks die Weltwirtschaft weniger stark belastet haben als
vielfach erwartet.

Wie haben sich Zölle und geopolitische Konflikte auf den Welthandel ausgewirkt?

Zölle und geopolitische Konflikte sorgen weiterhin für Risiken und Störungen.
Ihre Auswirkung auf den Welthandel insgesamt blieb jedoch begrenzt. Der
Iran-Krieg beeinträchtigte wichtige Lieferrouten. Besonders stark traf er
Volkswirtschaften, die von der Straße von Hormus abhängig sind. Die Folgen
blieben aber weitgehend regional begrenzt.

US-Zölle sind wiederum auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Aber
nur 13% der weltweiten Importe entfielen in den vergangenen Jahren auf die USA.
Zudem war - Stand August 2026 - rund die Hälfte der US-Einfuhren von den
Zollerhöhungen ausgenommen. Viele Länder verzichteten außerdem auf umfassende
Vergeltungsmaßnahmen. Stattdessen bauten sie ihre Handelsbeziehungen zu
alternativen Märkten aus. All das trug dazu bei, dass der Welthandel
weiterwuchs.

Wo wächst der Handel am schnellsten?

Von allen Regionen erzielte Ostasien und Pazifik das stärkste Handelswachstum.
Der Wert des Handels stieg dort in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 24%. Europa folgte mit 12%, Subsahara-Afrika mit 11%.

Die Region Ostasien und Pazifik verzeichnete nicht nur das stärkste Wachstum,
sondern auch einen höheren Anteil des Handels, der innerhalb der Region blieb.
Dieser Anteil stieg von 57% im Gesamtjahr 2025 auf 60% in den ersten fünf
Monaten des Jahres 2026. Zu diesem Anstieg trugen starke asiatische Lieferketten
bei, die im KI-Boom wichtig sind.

Spaltet die Entkopplung der USA und Chinas die Welt in rivalisierende Blöcke?

Nein, bislang nicht. Die USA und China haben ihre gegenseitigen Beziehungen im
vergangenen Jahrzehnt zwar deutlich reduziert. Zu einer breiteren Spaltung der
Weltwirtschaft hat das jedoch nicht geführt. Enge Verbündete der USA haben ihre
Wirtschaftsbeziehungen zu China weitgehend aufrechterhalten.

Hinzu kommt: Die direkten Beziehungen zwischen den USA und China machen einen
überraschend kleinen Teil der Weltwirtschaft aus. Auf dem Höhepunkt 2015
entsprach etwa der Handel zwischen beiden Ländern 3,5% des Welthandels. In den
ersten fünf Monaten 2026 waren es nur noch 1,6%. Noch geringer ist der Anteil
der internationalen Unternehmensinvestitionen zwischen beiden Ländern: unter 1%.

Sind die USA weniger abhängig von China geworden?

Der direkte Handel zwischen beiden Ländern ist stark zurückgegangen. Wenn man
aber die Lieferketten mit einbezieht, ergibt sich ein komplexeres Bild. Güter,
die die USA aus Drittländern importieren, enthalten zunehmend chinesische
Materialien und Komponenten. Berücksichtigt man auch diese indirekten Importe,
ist die Abhängigkeit der USA von China bis 2024 nur leicht gesunken.

Sollten Unternehmen ihre Lieferketten neu aufstellen, um widerstandsfähiger zu
werden?

Führungskräften empfiehlt der DHL Globalization Tracker, sich auf Krisen
vorzubereiten, ohne auf die Vorteile internationaler Verbindungen zu verzichten.
Volkswirtschaften, Branchen und Handelsrouten können weiterhin großen Risiken
ausgesetzt sein. Insgesamt bleiben die globalen Ströme jedoch robust. Wer über
eine Verlagerung von Produktion nachdenkt, sollte daher die Widerstandsfähigkeit
von Lieferketten gegen die Vorteile globaler Reichweite abwägen. Unternehmen,
die sich aus internationalen Märkten zurückziehen, während Wettbewerber global
aktiv bleiben, könnten ihre Wettbewerbsposition schwächen.

Pressekontakt:

DHL Group
Media Relations
Sabine Hartmann
Telefon: +49 228 182-9944
E-Mail: mailto:pressestelle@dhl.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/30097/6367725
OTS: DHL Group
ISIN: DE0005552004

DHL AG

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