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OTS: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) / ...

09.10.2026
um 12:27 Uhr

Nach Abschaffung der Zollfreigrenze: Asiatische Plattformen verlieren
deutlich Marktanteile
Berlin (ots) - Die erneut schlechter werdende Konsumstimmung schlägt sich auf
den Onlinehandel nieder. Umsatzdaten der bevh-Verbraucherbefragung für das 3.
Quartal zeigen ein nur noch schwaches Plus von 2,9 Prozent auf rund 18,5 Mrd.
Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal (alle Angaben inkl. USt., nicht
inflationsbereinigt). Damit liegen die Umsatzsteigerungen unter der
Inflationsrate von 3,3 Prozent im September.

"Nach Erholungssignalen in der ersten Jahreshälfte machen sich stark anziehende
Energiepreise und sinkende Einkommenserwartungen im Online-Kaufverhalten
bemerkbar", konstatiert Alien Mulyk, Hauptgeschäftsführerin des bevh. Positiv
zur Gesamtmarktentwicklung beitragen konnte auch nicht, dass viele Billigpakete
aus Asien derzeit nicht mehr den Weg nach Europa finden wie bisher. "Das rasante
Wachstum von Temu und Shein in Deutschland ist ins Stocken geraten. Damit sinken
auch die Umsätze im Gesamtmarkt, ohne dass hiesige Anbieter von der Schwäche
asiatischer Wettbewerber profitieren konnten."

Asiatische Plattformen: erstmals belastbare Zahlen nach Abschaffung der
Zollfreigrenze

Die Verteuerung von Kleinsendungen aus Drittstaaten setzt asiatische Plattformen
deutlich unter Druck, wie Zahlen des bevh erstmals belastbar zeigen. Die Umsätze
von Shein, Temu und AliExpress im 3. Quartal brachen im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf aktuell 566 Mio. Euro ein. Der Marktanteil
der drei größten asiatischen Plattformen in Deutschland fällt auf 3,1 Prozent;
im 2. Quartal lag er noch bei 5,3 Prozent. Mit dem Wegfall der Zollfreigrenze
von 150 Euro seit Juli dieses Jahres ist jede Sendung aus Drittstaaten
grundsätzlich zollpflichtig. Für Kleinsendungen bis 150 Euro fällt eine
Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe (Zollposition) an. Ab November kommt noch
eine pauschale Bearbeitungsgebühr von 2 Euro hinzu.

"Den margenschwachen Niedrigpreisprodukten aus Asien setzen die höheren Abgaben
deutlich zu. Zölle allein sind aber nicht genug. Um für fairen Wettbewerb zu
sorgen, muss die EU die Marktüberwachungsbehörden stärken und bestehendes Recht
durchsetzen. Wichtige Schritte wie den Aufbau einer gemeinsamen EU-Zollbehörde
oder die verpflichtende Übermittlung von standardisierten Produkt-IDs hat die EU
erst kürzlich auf den Weg gebracht", erklärt Alien Mulyk weiter.

Markt entwickelt sich zweigeteilt

Ungebrochen ist der Wachstumstrend im Onlinehandel mit Medikamenten (+ 15,4
Prozent), Drogerieartikeln (+ 14,3 Prozent) und Lebensmitteln (+ 9,1 Prozent).
Für einen Lichtblick sorgt auch der Modehandel, der mit einem Umsatzplus von 4,9
Prozent bei Kleidung und 6,4 Prozent bei Schuhen stärker wächst als der
Gesamtmarkt.

In den großen Warengruppen "Elektronikartikel und Telekommunikation" (- 4,6
Prozent) und "Möbel, Lampen und Dekoration" (- 5,2 Prozent) wurden im 3. Quartal
dagegen viele Anschaffungen zurückgestellt. Im insgesamt schlecht laufenden
Cluster "Unterhaltung" (- 2,6 Prozent) sanken insbesondere die Umsätze mit Bild-
und Tonträgern, Video- und Musik-Downloads (- 5,3 Prozent).

Wenig Veränderung zeigte hingegen die Marktdynamik unter den Versendertypen. Am
stärksten wuchs der Verkauf über Online-Marktplätze (+ 5 Prozent), gefolgt von
einem abermals starken Abschneiden der D2C-Anbieter. Multichannel-Anbieter
schafften über ihre Online-Kanäle nur moderate Zuwächse von 2,5 Prozent. Reine
Online-Shops (- 0,8 Prozent) bleiben wie schon in den Vorquartalen hinter der
Gesamtmarktentwicklung zurück.

Vollständige Umsatztabellen in der Pressemitteilung (https://bevh.org/detail/nac
h-abschaffung-der-zollfreigrenze-asiatische-plattformen-verlieren-deutlich-markt
anteile)

Pressekontakt:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)
Frank Düssler
Friedrichstraße 60 (Atrium)
10117 Berlin
Mobil: 0162 2525268
mailto:frank.duessler@bevh.org

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52922/6368207
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bevh)