Schneider: Senken von Methan-Emissionen 'zwingend notwendig'
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Bundesumweltminister Carsten Schneider will an der Reduzierung der Methanemissionen festhalten. "Ansonsten können wir die Klimaziele auch gar nicht erreichen", sagte der SPD-Politiker am Rande eines Treffens mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen in Luxemburg. "Die Methanemissionen sind ganz wesentliche Treiber des Klimawandels, der Erderwärmung. Deswegen gilt es, sie zu beschränken, zu begrenzen."
Hintergrund sind Pläne der Europäischen Kommission, bestimmte Klimaschutzregeln für das Treibhausgas Methan vorerst zu lockern. Präsidentin Ursula von der Leyen kündigte vergangene Woche einen Vorschlag an, mit dem bestimmte Vorschriften zum Import von fossilen Brennstoffen um ein Jahr verschoben werden und erst ab 2028 gelten sollen. Mit Blick auf die Energiekrise soll dies Kosten sparen.
Ihm liege noch kein konkreter Vorschlag der Kommission vor, deswegen habe sich die Bundesregierung dazu auch noch nicht verhalten, sagte Schneider. Ganz grundsätzlich seien Methanemissionen extrem klimaschädlich, "und die Reduzierung ist zwingend notwendig". Schneider hatte sich zuletzt gegen eine Lockerung der Regeln ausgesprochen, während Energieministerin Katherina Reiche (CDU) sich dafür offen zeigte.
Methan entsteht unter anderem in Öl- und Gasindustrie
Methan ist ein Treibhausgas und für Klimaerwärmung und Luftverschmutzung verantwortlich. Es entsteht etwa in der Landwirtschaft, auf Mülldeponien sowie in der Öl- und Gasindustrie. Seit 2024 sind in der EU Regeln in Kraft, die für weniger Methan-Emissionen aus dem Energiesektor sorgen sollen.
Ab 1. Januar 2027 müssen Unternehmen für bestimmte Lieferverträge auch nachweisen, dass der Produzent im Herkunftsland seine Methan-Emissionen mindestens so sorgfältig überwacht und dokumentiert, wie es die EU von ihren eigenen Unternehmen verlangt. Diese Vorschriften sollen nach dem Willen der Kommission verschoben werden. Nach der Vorlage des offiziellen Vorschlags der Behörde müssen die EU-Länder sowie das Europaparlament zustimmen./rdz/DP/mis