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Neue KfW-Studie vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz:
Deutschlands Investitionsbedarf für Klimaneutralität bis 2045 liegt
bei sechs Billionen Euro (FOTO)
Frankfurt am Main (ots) -
- Bis 2045 müssen Unternehmen, Staat und private Haushalte 290 Milliarden Euro
im Jahr für die Klimatransformation aufbringen
- Investitionen in den Klimaschutz haben auch einen wirtschaftlichen Nutzen und
bieten Chancen für die deutsche Wirtschaft im Bereich der Klimatechnologien
- KfW-Vorstandschef Stefan Wintels: "Anspruchsvolle, aber machbare
Herausforderung"
- KfW bleibt treibende Kraft beim Klimaschutz und ist im November erneut auf der
UN-Weltklimakonferenz vertreten
Vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz hat die KfW neue Zahlen zum
Investitionsbedarf in Deutschland für den Klimaschutz vorgelegt. Um das Ziel der
Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen, muss Deutschland nach
Berechnungen von Prognos im Auftrag der KfW sechs Billionen Euro investieren.
Das sind 290 Milliarden Euro im Jahr. Der Großteil dieser Investitionen, nämlich
45 Prozent, wird im Bereich Verkehr anfallen, gefolgt von den Sektoren Energie
(25 Prozent), Gebäude (22 Prozent) und Industrie (acht Prozent).
"Deutschland steht bei der Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft
vor anspruchsvollen, aber machbaren Herausforderungen", sagte Stefan Wintels,
Vorstandschef der KfW, bei der Präsentation der Studie vor Journalisten.
"Investitionen in Höhe von sechs Billionen Euro bis 2045 sind eine enorme
Kraftanstrengung. Der Betrag relativiert sich jedoch dadurch, dass Deutschland
auch beim Festhalten an fossilen Technologien stark investieren müsste.
Investitionen in den Klimaschutz haben zudem einen wirtschaftlichen Nutzen und
reduzieren die steigenden Kosten durch den Klimawandel. Klimatechnologien bergen
gleichzeitig große Chancen für die deutsche Wirtschaft."
So ist Deutschland zweitgrößter Exporteur von Klimaschutzgütern. Der Markt
wächst rasant, deutsche Unternehmen können davon profitieren. Der Umstieg auf
klimafreundliche Technologien dürfte zudem die Energiekosten senken, mit
positiven Auswirkungen auf Unternehmen und private Haushalte. Andersherum birgt
der Klimawandel große wirtschaftliche Risiken: So hat etwa die Hitzewelle 2026
die deutsche Wirtschaftsleistung deutlich geschmälert. Die durch
Extremwetterereignisse verursachten Vermögensschäden in Deutschland in den
vergangenen fünf Jahren werden auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzt.
In der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2021 hatte Prognos im Auftrag der KfW noch
einen Investitionsbedarf von fünf Billionen Euro ermittelt. Der Anstieg ergibt
sich aus den Preissteigerungen der vergangenen Jahre und aus dem anhaltenden
Investitionsstau.
Privatwirtschaft, private Haushalte und Staat investierten in den Jahren 2018
bis 2023 in Deutschland im Schnitt 110 Milliarden Euro pro Jahr in den
Klimaschutz. Bleibt es bei dieser Größe, ergibt sich bis 2045 eine Lücke von
rund 180 Milliarden Euro im Jahr zum Erreichen der Klimaneutralität.
Das hohe Investitionsvolumen relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass
auch in fossile Technologien weiter investiert werden müsste. Betrachtet man nur
die zusätzlichen Investitionen im Vergleich zu einer konventionellen (fossilen)
Referenztechnologie, so sind noch 65 Milliarden Euro im Jahr zusätzlich zu
aktivieren. Das sind weniger als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts - eine
laut Studie ambitionierte, aber leistbare Aufgabe.
Fast die Hälfte des Investitionsbedarfs, knapp drei Billionen Euro oder rund 140
Milliarden Euro jährlich, entfällt auf private sowie öffentliche Unternehmen -
wobei Großunternehmen und Mittelständler ähnlich hohe Lasten zu schultern haben.
Damit müssten die Unternehmen ihre Transformationsbemühungen deutlich erhöhen.
2024 gaben sie 80 Milliarden Euro für den Klimaschutz aus.
Besonders Unternehmen aus der Energieversorgung haben mit etwa 1,3 Billionen
Euro massiven Handlungsbedarf. Im Fokus stehen dabei umfangreiche Investitionen
in die Energieinfrastruktur, etwa Stromnetze oder Fernwärme, sowie in
großflächige Anlagen für erneuerbare Energien. In der Industrie steht der
technische Umbau energieintensiver Prozesse im Mittelpunkt, etwa die Umstellung
der Stahlerzeugung auf wasserstoffbasierte Verfahren und die Elektrifizierung
der Prozesswärme. Private Haushalte sind vor allem bei der Gebäudesanierung
gefragt und müssen zudem von Verbrennern auf Elektroautos umsteigen.
Insgesamt entfallen knapp zwölf Prozent des Investitionsbedarfs oder 33
Milliarden Euro im Jahr auf die öffentliche Hand und 257 Milliarden Euro auf
private Akteure. Besonders in Energie und Verkehr muss der Staat investieren.
Beispielsweise handelt es sich dabei um Ausgaben in Stromverteilnetze und
Fernwärme, Schieneninfrastruktur und den Aufbau der Ladeinfrastruktur für
Elektrofahrzeuge.
"Die KfW steht bereit, Unternehmen, Privatleute und die öffentliche Hand bei der
Umsetzung von Klimaprojekten zu begleiten", sagte KfW-Vorstandschef Stefan
Wintels. "Klar ist aber auch: Klimaneutralität gelingt nur mit der Mobilisierung
von privatem Kapital. Mit dem Deutschlandfonds geht die KfW mit der
Bundesregierung einen Weg, Kapital für Klimatransformationsprojekte
bereitzustellen und private Investitionen zu stimulieren."
Die KfW bleibt eine treibende Kraft beim Klimaschutz. Sie wird dieses Jahr im
November erneut auf der UN-Weltklimakonferenz COP31 in Antalya vertreten sein.
Seit 2017 hat die KfW rund 415 Milliarden Euro für Umwelt- und
Klimafinanzierungen zugesagt. Auf der Konferenz wird sie den Austausch mit
internationalen Partnerländern und -organisationen pflegen, um Marktzugänge für
deutsche und europäische Unternehmen zu ermöglichen. Gleichzeitig setzt sie sich
dafür ein, den Schutz globaler Güter wie Klima und Naturerhalt weiter
voranzutreiben.
Die Studie zum Investitionsbedarf zum Erreichen von Klimaneutralität ist zu
finden unter: Fokus Volkswirtschaft | KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/
Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirtschaft/)
Eine Grafik zum Investitionsvolumen für Klimaneutralität bis 2045 finden Sie
anbei.
Weitere Informationen zum Engagement der KfW auf der Weltklimakonferenz COP
finden Sie unter: KfW at COP31 in Antalya | KfW
(https://www.kfw.de/About-KfW/Newsroom/Latest-News/S12-Themenseite-3.html)
Informationen zum Deutschlandfonds sind hier abrufbar: Der Deutschlandfonds:
Private Investitionen für Deutschlands Zukunft | KfW
(https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Deutschlandfonds.html)
Pressekontakt:
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