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OTS: Capgemini / Zwei Drittel der Automobilhersteller setzen auf Agentic AI ...

13.10.2026
um 08:01 Uhr

Zwei Drittel der Automobilhersteller setzen auf Agentic AI in der
Produktentwicklung - nur fünf Prozent verfügen über ausgereifte
KI-Governance
Berlin (ots) -

- KI-Vorreiter in der Automobilbranche erzielen bis zu dreimal schnellere
Fortschritte bei der Markteinführung als ihre Wettbewerber.
- Über 70 Prozent der Führungskräfte sind überzeugt: Agentic AI sorgt für
bessere Entscheidungen in der Fahrzeugentwicklung. In sicherheitskritischen
Bereichen ist das Vertrauen in die Technologie deutlich geringer.
- Kollaborationsdefizit in der Produktentwicklung: Nur zehn Prozent der
Unternehmen teilen Verantwortung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.

Die Automobilindustrie setzt Agentic AI zunehmend in der Produktentwicklung ein.
Fast sieben von zehn Unternehmen nutzen die Technologie derzeit (33 Prozent)
oder testen sie im Rahmen von Pilotprojekten (35 Prozent). Das zeigt die
aktuelle Studie des Capgemini (https://www.capgemini.com/de-de/) Research
Institute "Rewiring automotive product development: How organizations can pull
ahead in the AI race" . In indirekten Entwicklungsbereichen soll die Nutzung von
Agentic AI innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre von heute 26 Prozent auf
68 Prozent steigen. Dabei gehen Unternehmen von einem erheblichen Potenzial aus:
83 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten, dass Agentic AI Ingenieuren
mehr Zeit für ihre eigentlichen Entwicklungsaufgaben verschafft und
administrative sowie koordinative Tätigkeiten reduziert. Allerdings verfügen nur
fünf Prozent der Unternehmen über eine vollständig ausgereifte KI-Governance.
Datenqualität, Nachvollziehbarkeit, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit
im Ökosystem bleiben zentrale Herausforderungen.

Agentic AI sorgt für neue Leistungskluft in der Automobilindustrie

Für die Studie wurden 800 Führungskräften aus der Automobilindustrie in zwölf
Ländern in Nordamerika, Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum befragt. Die
Ergebnisse zeigen: Für die Autobranche ist Agentic AI die nächste große
Innovationsstufe in der Produktentwicklung. Zwar investiert der Großteil der
Autohersteller und Zulieferer in KI, allerdings erzielt erst eine
vergleichsweise kleine Gruppe deutlich bessere Ergebnisse als ihre Wettbewerber.

Diese Vorreiter berichten von um 17 Prozent schnelleren Entwicklungszyklen,
einer um 19 Prozent höheren Entwicklungsproduktivität sowie einer um 19 Prozent
verkürzten Time-to-Market. Der Unterschied liegt laut Studie weniger in der
bloßen Einführung von KI als vielmehr in belastbaren Datengrundlagen, klar
definierten Business Cases sowie einer konsequenten Governance und wirksamen
Betreibermodellen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Agentic AI werden genau
diese Fähigkeiten zu den entscheidenden Wettbewerbsvorteilen der Unternehmen,
die bereits messbaren Mehrwert erzielen, gegenüber jenen, die bei der
erfolgreichen Skalierung von KI noch Schwierigkeiten haben.

Die KI-Reife unterscheidet sich dabei erheblich zwischen einzelnen Märkten. Die
befragten Unternehmen in den USA und Europa sind bei der Umsetzung ihrer
KI-Strategien sowie bei der bereichsübergreifenden Planung von KI-Initiativen am
weitesten. 53 Prozent der Automobilhersteller in den USA und 46 Prozent der
Hersteller in Europa setzen bereits konkrete KI-Initiativen um. Gleichzeitig
verfügen 18 Prozent der US-amerikanischen und 16 Prozent der europäischen OEMs
über eine umfassende bereichsübergreifende KI-Strategie mit klarer Zielsetzung
und Roadmap. In China befinden sich vier von zehn Befragten bereits in der
Umsetzungsphase, allerdings haben bislang nur sieben Prozent ein vergleichbares
strategisches Reifestadium erreicht.

"Mit der Transformation zum softwaredefinierten Fahrzeug hat die
Automobilindustrie in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel erlebt.
Damit wurden die digitalen Grundlagen für die nächste Innovationswelle
geschaffen. Agentic AI führt nun zu einer neuen Differenzierung in der Branche"
, erklärt Heiko Huettel, EVP Automotive Software & CTIO bei Capgemini. "Eine
schnelle KI-Einführung führt nicht automatisch zum Erfolg. Um echten Mehrwert zu
schaffen, müssen Unternehmen ihre Arbeitsabläufe neugestalten, die
Zusammenarbeit mit Partnern stärken, belastbare Datengrundlagen schaffen und
klare Verantwortlichkeiten für KI-gestützte Entscheidungen etablieren.
Hersteller und Zulieferer, die KI erfolgreich und im großen Maßstab in ihre
Entwicklungsprozesse integrieren, werden die Marktführer von morgen sein."

Vertrauen entscheidet über den Erfolg von Agentic AI in der Produktentwicklung

Mit der Ausweitung von Agentic AI auf immer mehr Entwicklungsprozesse zeigt
sich, dass das Vertrauen in die Technologie stark vom jeweiligen Einsatzbereich
abhängt. Führungskräfte fühlen sich bei der Nutzung von Agentic AI in frühen
Forschungs- und Konzeptphasen am sichersten; hier liegt das Vertrauen bei 59
Prozent. In Entwicklungsprozessen, in denen KI-generierte Ergebnisse
unmittelbare Auswirkungen auf Entwicklungsergebnisse, Produktqualität und
Sicherheit haben können, sinkt dieser Wert auf 40 Prozent.

Der Studie zufolge verfügen viele Unternehmen noch nicht über die erforderlichen
Nachweis-, Traceability- und Verantwortungsstrukturen, um die Technologie mit
ausreichender Sicherheit im großen Maßstab einzusetzen. Wie schnell Unternehmen
den Sprung von ersten KI-Piloten hin zu einer umfassenden Transformation
schaffen, hängt maßgeblich vom Vertrauen in die Technologie ab.

Wertvolle Fahrzeugdaten werden noch nicht ausreichend genutzt

Ebenso wichtig wie die KI-Nutzung ist die Fähigkeit, Daten aus dem realen
Fahrzeugbetrieb in kontinuierliche Produktverbesserungen umzusetzen. Obwohl
vernetzte Fahrzeuge enorme Mengen an Betriebs- und Nutzungsdaten erzeugen, fällt
es vielen Herstellern schwer, daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten geben an, dass Erkenntnisse aus dem
realen Fahrzeugbetrieb vor allem in die Optimierung künftiger
Fahrzeuggenerationen einfließen, aber weniger in die Verbesserung von Autos, die
bereits auf der Straße sind. Over-the-Air-Updates konzentrieren sich überwiegend
auf Bereiche wie Cybersicherheit und Navigation. Deutlich weniger Hersteller
nutzen Updates, um Fahrfunktionen oder Assistenzsysteme zu verbessern. Die
Studie zeigt: Wer künftig einen Wettbewerbsvorteil erzielen will, muss nicht
noch mehr Daten sammeln, sondern Erkenntnisse aus Fahrzeugdaten schneller in
konkrete Entwicklungsmaßnahmen umsetzen.

Erfolgreiche KI-Skalierung braucht mehr als Technologie

Laut Studie sind die größten Hürden bei der Skalierung von KI inzwischen
organisatorischer und nicht mehr technischer Natur. Sechs von zehn
Führungskräften geben an, dass Verzögerungen vor allem auf ineffiziente Prozesse
und nicht auf technologische Einschränkungen zurückzuführen sind. Gleichzeitig
haben 45 Prozent der Unternehmen bislang noch keine Strategie und Roadmap für
den Einsatz von KI in der Produktentwicklung definiert.

Die Untersuchung unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit
im Ökosystem. Mit zunehmender Komplexität softwaredefinierter Fahrzeuge und
einer immer stärkeren Verteilung der Entwicklungsarbeit über OEMs, Zulieferer
und Technologiepartner hinweg wird der Erfolg von einer engeren Abstimmung
entlang der gesamten Wertschöpfungskette abhängen.

Derzeit verfügen jedoch nur 30 Prozent der Unternehmen über kooperative
Entwicklungsmodelle mit gemeinsamen Erfolgskennzahlen. Lediglich 10 Prozent
haben eine gemeinsame Verantwortlichkeit für den gesamten Produktlebenszyklus
über ihr Partnernetzwerk hinweg etabliert. Dies verdeutlicht die
Herausforderung, unterschiedliche Akteure auf gemeinschaftliche Ziele und eine
gemeinsame Verantwortung für Produktergebnisse auszurichten.

Methodik der Studie

Für die Studie hat das Capgemini Research Institute 800 Führungskräfte der
Automobilindustrie befragt, darunter 400 Vertreter von Automobilherstellern
(OEMs), 160 Tier-1-Zulieferern und 240 Technologieanbietern. Die Teilnehmer
stammen aus Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. Zu den
Befragten gehörten Verantwortliche aus den Bereichen Produktentwicklung,
Engineering, Technologie, Daten- und KI-Strategie sowie ähnlichen Funktionen.
Ergänzend führte das Institut vertiefende Interviews mit 24 Führungskräften aus
der Automobilindustrie und von Technologieanbietern durch. Die Umfrage fand im
Juli 2026 statt.

Pressekontakt:

Markus Wild
Tel.: + 49 151 1137 4312
E-Mail: mailto:markus.wild@capgemini.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16952/6369819
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