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Russische Behörden nehmen japanischen Journalisten fest

13.10.2026
um 20:35 Uhr

MOSKAU (dpa-AFX) - Der russische Geheimdienst FSB hat einen japanischen Journalisten der Zeitung "Hokkaido Shimbun" unter dem Vorwurf der Spionage festgenommen. Die Festnahme sei im Gebiet um die Insel Sachalin im Fernen Osten des Landes erfolgt, meldeten russische Staatsmedien unter Berufung auf den Geheimdienst. Der Mann sei nach Moskau gebracht worden, wo ein Gericht zunächst zwei Monate Untersuchungshaft anordnete.

Der Reporter soll den Angaben nach Material über die Teilnahme von Einwohnern der Kurilen-Inseln an dem seit 2022 andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine gesammelt haben. Auf der zur Provinz Sachalin gehörenden Inselgruppe leben nur etwas mehr als 20.000 Menschen.

Inselstreit seit dem Zweiten Weltkrieg

Die Kurilen sind eine fischreiche Inselgruppe im Pazifik, die die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkriegs von Japan erobert hat. Moskau und Tokio streiten seither darüber, wem die vier südlichsten Kurilen-Inseln gehören, weshalb es bis heute keinen Friedensvertrag gibt. Einige Inseln der Kurilen befinden sich nur wenige Kilometer von der japanischen Insel Hokkaido entfernt und sind für Russland von militärischer Bedeutung.

Im August hatte ein Besuch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf der Insel Iturup die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten verschlechtert. Tokio protestierte und bezeichnete die sogenannten Nördlichen Territorien als "ureigenes japanisches Territorium". Moskau nahm bereits mehrfach ausländische Staatsbürger mit Spionagevorwurf fest, um sie später gegen im Ausland einsitzende Russen auszutauschen./ast/DP/he