Aktivisten verzögern in NRW Castortransport auf A31
DORSTEN (dpa-AFX) - In der Nacht haben Aktivisten auf der Autobahn 31 bei Dorsten in Nordrhein-Westfalen einen Castortransport verzögert. Wie die Polizei mitteilte, nahmen Polizisten einen 20-jährigen Mann, eine 37-jährige Person und eine 30-jährige Frau in Gewahrsam. Nach Angaben der Aktivisten hatten sie sich von der Brücke in der Nähe der Anschlussstelle Schermbeck abgeseilt.
Die Gruppe hatte zudem ein Banner mit der Aufschrift "Stoppt den Scheiß" dabei. "Die heutige Kletter-Aktion reiht sich ein in ein kreatives und vielfältiges Protest-Geschehen", hieß es in einer Mitteilung der Aktivisten. Die Anti-Atomkraft-Bewegung sei weiterhin an dem Thema dran.
Laut der Polizei wurde der Transport durch die Aktion verzögert und erreichte schließlich am Morgen das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Der Verkehr wurde zeitweise von der Autobahn abgeleitet. Es handelte sich um den 23. Castortransport aus Jülich.
Die umstrittenen Atommüll-Transporte gehen rund 170 Kilometer von Jülich bei Düren nach Ahaus im Münsterland über Autobahnen quer durch NRW. Insgesamt 152 Castor-Behälter werden auf Schwerlasttransportern durch Nordrhein-Westfalen gefahren. Es handelt sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Nach aktueller Einschätzung des NRW-Wirtschaftsministeriums könnte es noch bis zum Sommer 2028 dauern, bis der letzte Atommüll-Behälter sein Ziel erreicht hat./mik/DP/zb