Großer Medienandrang bei Nord-Stream-Prozess in Hamburg
HAMBURG (dpa-AFX) - Das Interesse am Beginn des Prozesses um die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee ist groß. Vor den Sicherheitsschleusen im Gerichtsgebäude in Hamburg herrschte ein großer Andrang von Journalistinnen und Journalisten. Internationale TV-Teams drehten vor dem Gericht. Dort gab es auch zwei kleine Demonstrationen. An einer von ukrainischen Staatsbürgern nahmen etwa 20 Menschen teil. Sie forderten: "Keine Verurteilung wegen Kriegsverbrechen".
Rund vier Jahre nach den Anschlägen auf die Pipelines muss sich von Mittwoch an der ukrainische Staatsangehörige Serhij K. vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg verantworten. Der heute 50 Jahre alte Angeklagte soll damals Offizier einer Spezialeinheit der ukrainischen Streitkräfte und Drahtzieher der Sabotageaktion gewesen sein.
Er wurde Ende August 2025 an der Adria-Küste im Urlaub mit seiner Familie gefasst. Über Monate wehrte Serhij K. sich gegen seine Auslieferung. Drei Monate nach seiner Festnahme wurde er schließlich am 27. November nach Deutschland überstellt. Einen Tag später setzte ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Haftbefehl gegen ihn in Vollzug. Serhij K. sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Anfang Juli 2026 wurde Anklage erhoben. Die Anklage beschuldigt ihn eines Kriegsverbrechens, nämlich des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch einen Angriff gegen zivile Objekte./fi/seb/DP/mis