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APA ots news: Allianz Pulse-Umfrage 2026: Österreich hinkt bei KI-Nutzung und -Weiterbildung hinterher, Sorgen nehmen zu
München/Wien (APA-ots) - - Im internationalen Vergleich nutzt Österreich
Künstliche
Intelligenz seltener als andere Länder, vor allem im Job
- Während große Skepsis gegenüber der Technologie vorherrscht,
erwarten die Österreicher:innen hingegen Vorteile für die eigene
Produktivität
- Nur ein geringer Teil der Erwerbstätigen erhält im Job eine KI-
Schulung
- Die Sorge vor Ungleichheit wächst - ebenso wie der Wunsch nach
stärkerer Regulierung
Die Allianz veröffentlicht heute die achte Ausgabe des "Allianz
Pulse" - dieses Mal steht die Nutzung von Künstlicher Intelligenz im
Fokus. Für die repräsentative Umfrage wurden jeweils 1.000 Personen
in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen,
Großbritannien und den USA befragt. Die Ergebnisse zeigen einen
bemerkenswerten Widerspruch: Während KI immer stärker im Alltag
Einzug hält, wachsen zugleich die Sorgen über ihre wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Auswirkungen. Insbesondere Europa läuft
Gefahr, den KI-Wandel zu durchlaufen, ohne seine Beschäftigten
ausreichend darauf vorzubereiten.
Zwtl.: KI-Nutzung nimmt zu - doch am Arbeitsplatz bleibt viel
Potenzial ungenutzt
In Österreich nutzen 43% der Menschen KI mindestens einmal pro
Woche. Das liegt unter dem Durchschnitt der acht Länder von 48%; an
der Spitze stehen die USA und Spanien mit jeweils rund 55%. Auch
Deutschland und Frankreich kommen nur auf Werte knapp über 40%.
Besonders groß ist der Unterschied zwischen den Generationen: Von der
Generation Z nutzen in Österreich 74% KI wöchentlich (Durchschnitt:
77%), von den Babyboomern dagegen nur 23% - genauso viele wie im
Länderdurchschnitt. Am Arbeitsplatz wird das Potenzial von KI dagegen
bislang nur begrenzt genutzt: 56% der Österreicher:innen verwenden KI
überwiegend privat (Durchschnitt: 53%), nur 44% zumindest teilweise
für Arbeit oder Ausbildung (Durchschnitt: 47%).
Zwtl.: Große Skepsis gegenüber KI - trotz positiver Erwartungen für
die eigene Produktivität
In keinem anderen Land blicken die Menschen so negativ auf KI wie
in Österreich. Der Stimmungssaldo - der Anteil positiver abzüglich
des Anteils negativer Einschätzungen - liegt für die Technologie
insgesamt bei -51% (Durchschnitt: -34%). Noch negativer fällt die
Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen aus (-59%; Durchschnitt: -43
%). Besonders ausgeprägt sind die Sorgen um Arbeitsplätze (-81%;
Durchschnitt: -67%). Das ist der negativste Wert aller Länder: Hier
stehen 85% negativen nur 4% positiven Einschätzungen gegenüber. Im
Vergleich zur Pulse-Umfrage 2025 (-62%) hat sich dieser Saldo um 19
Prozentpunkte verschlechtert - deutlich stärker als im Durchschnitt
aller Länder, die in beiden Jahren befragt wurden (rund 12
Prozentpunkte). Damit fällt die Einschätzung der Beschäftigungsfolgen
in Österreich noch negativer aus als in Frankreich (-75%) und
deutlich negativer als in den USA (-44%). Trotz der verbreiteten
Skepsis rechnen viele Befragte für ihre eigene Produktivität per
Saldo mit Vorteilen (+23%, Durchschnitt: +30%). Die positiven
Erwartungen übertreffen die negativen um 23 Prozentpunkte; 41%
rechnen mit wenig oder gar keinen Auswirkungen (Durchschnitt: 35%).
"Für Europa kommt es darauf an, KI so einzusetzen, dass sie
Produktivität und Wachstum stärkt. Viele Menschen nutzen KI bereits,
doch zu wenige setzen sie im Job wirksam ein. Wenn wir diese Lücke
nicht entschlossener schließen, drohen Österreich und Europa im KI-
Wettlauf zurückzufallen und Chancen für künftigen Wohlstand zu
verspielen", sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chief Investment
Officer der Allianz.
Zwtl.: KI gestaltet Arbeit neu, statt Jobs abzuschaffen
Die Österreicher:innen erwarten durch KI vor allem Veränderungen
ihrer Arbeit und nicht den vollständigen Wegfall ihres
Arbeitsplatzes. Nur 6% erwarten, dass ihr Arbeitsplatz ganz wegfällt
(Durchschnitt aller befragten Länder: 7%); 18% gehen davon aus, dass
KI wesentliche Teile ihrer Arbeit übernimmt (21%). Weitere 31%
erwarten, dass KI sie vor allem bei ihren Aufgaben unterstützt -
einer der höchsten Werte in der Umfrage (Durchschnitt: 26%).
Zusammengenommen erwarten 49%, dass KI ihren Job in Teilen verändert,
etwas mehr als im Durchschnitt (47%). Wer KI bereits im Beruf nutzt,
sieht deutlich häufiger die Chancen der Technologie: 50% dieser
Beschäftigten erwarten, dass KI sie bei ihren Aufgaben unterstützt,
gegenüber nur 12% der Nicht-Nutzer:innen (Durchschnitt: 41% bzw. 11%)
.
Zwtl.: KI-Weiterbildung: Österreichs Beschäftigte sind unzureichend
vorbereitet
Obwohl viele Beschäftigte mit tiefgreifenden Veränderungen ihrer
Arbeit rechnen, bleibt die betriebliche Weiterbildung im Bereich KI
bislang deutlich hinter dem Bedarf zurück. Nur 11% der befragten
Erwerbstätigen in Österreich haben im Job eine KI-Schulung erhalten -
im Durchschnitt sind es 17%, in den USA 30%. Nur in Polen ist der
Anteil mit 10% noch niedriger. Vielen fehlt schlicht das Angebot: 52%
sagen, ihr Arbeitgeber biete keine KI-Schulungen an - mehr als in
jedem anderen Land (Durchschnitt: 44%). Hinzu kommt:
Länderübergreifend profitieren vor allem Hochqualifizierte von
Schulungen - dadurch könnten sich bestehende Unterschiede bei
Qualifikationen und beruflichen Chancen weiter vergrößern. Österreich
steht damit vor einer doppelten Aufgabe: Es gilt, aus der KI-Nutzung
messbare Produktivitätsgewinne zu erzielen und die Beschäftigten
durch gezielte Weiterbildung auf den Wandel vorzubereiten.
Zwtl.: Sorge vor Ungleichheit verstärkt den Ruf nach klaren KI-Regeln
Nirgends sorgen sich die Menschen so stark um die
Verteilungswirkung von KI wie in Österreich: 45% erwarten, dass KI
die Ungleichheit verstärkt (Durchschnitt aller befragten Länder: 37%)
. Dabei geht es den Befragten vor allem um konkrete Risiken, weniger
um ferne Zukunftsszenarien. Am häufigsten nennen sie Desinformation (
27%), gefolgt vom Kontrollverlust über fortgeschrittene KI (21%),
Datenschutz (19%) und dem Verlust von Arbeitsplätzen (14%). Die Sorge
vor einem Kontrollverlust ist in keinem anderen Land so groß. Diese
Sorgen zeigen: Eine stärkere Verbreitung von KI allein reicht nicht
aus. Ebenso wichtig ist Vertrauen - darin, dass viele von den
Vorteilen profitieren und die Risiken beherrschbar bleiben.
Entsprechend deutlich wächst der Wunsch nach strengerer Regulierung.
Der Saldo aus Befürworter:innen und Gegner:innen stieg um 21
Prozentpunkte von +56% im Jahr 2025 auf +77% im Jahr 2026 - einer der
stärksten Anstiege in der Umfrage. Die Befürworter:innen liegen damit
inzwischen 77 Prozentpunkte vor den Gegnern, etwa so viel wie im
Durchschnitt aller Länder.
"Die Angst vor Künstlicher Intelligenz ist groß", sagt Simon
Krause, Ökonom bei Allianz Research . "Fast die Hälfte der Befragten
in Österreich rechnet damit, dass KI ihren Job in Teilen verändert.
Sechs Prozent gehen sogar davon aus, dass KI ihren Arbeitsplatz in
den nächsten fünf Jahren komplett ersetzt. Hinzu kommen große Sorgen
vor zunehmender Ungleichheit und um die Sicherheit der Technologie.
Daher überrascht es nicht, dass sich eine überwältigende Mehrheit der
Österreicher:innen für eine strengere Regulierung von KI ausspricht."
Zwtl.: KI zum Motor für Produktivität und Wohlstand machen - für
Österreich und Europa
Für Österreich und Europa geht es deshalb nicht darum, KI
auszubremsen, sondern sie produktiver, inklusiver und
vertrauenswürdiger zu machen. Dafür braucht es mehr Investitionen in
die Anwendung am Arbeitsplatz und in Weiterbildung, Unterstützung für
Beschäftigte, die in neue Rollen wechseln, sowie eine gezielte
Regulierung gegen Desinformation, Datenmissbrauch und Risiken für den
Arbeitsmarkt. Entscheidend ist am Ende, ob KI Produktivitätsgewinne
bringt, von denen viele profitieren, die Beschäftigungsfähigkeit
stärkt und das Vertrauen in wirtschaftlichen Fortschritt erneuert.
Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier .
Rückfragehinweis:
Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: presse@allianz.at
Website: https://www.allianz.at/
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OTS0074 2026-10-14/11:00