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Aktien Frankfurt: Schwache Techbranche belastet Dax nur leicht

15.10.2026
um 14:50 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erneut stark unter Druck stehende weltweite Technologiebranche hat am Donnerstag auch auf die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt gedrückt. Da es im Dax aber nur wenige Technologieaktien gibt, waren die Verluste moderat. Dennoch wachsen nach dem überraschend starken Inflationsanstieg in den Vereinigten Staaten im September die Sorgen vor steigenden Zinsen und zugleich auch die Sorgen um die Finanzierung von KI-Unternehmen.

Der Dax gab am Nachmittag um 0,3 Prozent auf 25.222 Punkte nach und fiel damit erneut unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert. Der mit deutlich mehr Techaktien bestückte MDax der mittelgroßen Unternehmen büßte 0,6 Prozent auf 29.885 Zähler ein.

Mögliche weitere Zinsanhebungen, die eine entsprechend höhere Finanzierungslast, vorrangig für Technologieunternehmen, mit sich bringen würden, bereiten Sorgen. Da half selbst der vom taiwanesischen Chipriesen TSMC am Morgen für das abgelaufene Quartal gemeldete, und zudem besser als erwartet ausgefallene Rekordgewinn nicht viel.

"Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern echte Sorgen vor einer massiven Korrektur. Im Dax allerdings, der nur mit einer geringen Anzahl an Techwerten bestückt ist, hinterließen derartige, aus KI-Sorgen heraus entstehende Verkaufswellen deutlich geringere Spuren. Dennoch schwindet vor diesem Hintergrund die Hoffnung auf einen "goldenen Börsenherbst", wie Timo Emden von CapTrader ergänzte.

Konjunkturdaten aus den USA bewegten den Dax kurz nach deren Veröffentlich am Donnerstag kaum. Sie waren uneinheitlich ausgefallen. Während die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat deutlich stärker als erwartet stiegen, legten die Einzelhandelsumsätze ebenfalls stärker als erwartet zu. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe änderte sich unterdessen kaum.

Unter den Einzelwerten sackte im Dax die bereits am Vortag schwache Infineon -Aktie angesichts der allgemeinen Tech-Schwäche um 8,1 Prozent ab. Die Aktie des Energietechnikunternehmens Siemens Energy sank um 5,0 Prozent. Im MDax verloren Jenoptik , Elmos , Siltronic , Suss Microtec und Aixtron zwischen 5,6 und 10,5 Prozent.

Das Papier von Flatexdegiro profitierte unterdessen an der MDax-Spitze mit plus 4,0 Prozent von angekündigten Aktienrückkäufen. Der Umfang soll laut dem Onlinebroker mit bis zu 100 Millionen Euro doppelt so hoch sein wie der des im Mai 2025 abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramms.

Im Kleinwerte-Index SDax ging die Vorzugsaktie von Drägerwerk trotz bestätigter Jahresziele mit 16 Prozent auf Talfahrt und sackte auf ein Tief seit Ende Juli. Ein Händler verwies darauf, dass das bereinigte operative Quartalsergebnis des Medizintechnikunternehmens einen positiven Einmaleffekt von mehr als 16 Millionen Euro durch die Rückerstattung von Zöllen enthalte. Werde dieser herausgerechnet, "liegt das bereinigte Ebit deutlich unter den Erwartungen", erklärte er den kräftigen Kursverlust.

Spitzenwert war das Redcare-Pharmacy-Papier mit plus 2,6 Prozent. Dass die Schweizer Konkurrentin DocMorris im dritten Quartal ihren Umsatz spürbar gesteigert und die Jahresziele angehoben hat, beflügelte auch den Anteilsschein der im SDax notierten niederländischen Online-Apotheke./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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